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Betrieb in Heerdt läuft weiter
Dominikus-Krankenhaus stellt Insolvenzantrag

Dominikus-Krankenhaus in Düsseldorf-Heerdt stellt Insolvenzantrag
Grund für die Krise ist der aufwändige Umbau des Dominikus-Krankenhauses. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Das Dominikus-Krankenhaus in Düsseldorf-Heerdt hat am Montagvormittag beim Amtsgericht den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Der Betrieb läuft ohne Einschränkung weiter. Von Ludwig Krause und Uwe-Jens Ruhnau

Das einzige Krankenhaus im linksrheinischen Düsseldorf kämpft um sein Überleben. Höhere Baukosten auf der einen und niedrigere Einnahmen auf der anderen Seite haben zu einer bedrohlichen Finanzlücke geführt. Am Montagmorgen hat die Geschäftsführung beim Düsseldorfer Amtsgericht Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Der Betrieb läuft vorerst regulär weiter, es muss kein Patient das Haus verlassen, alle Operationen finden statt.

Das Amtsgericht hat dem Antrag der Klinik stattgegeben und den Rechtsanwalt Jörg Nerlich aus Köln als vorläufigen Sachwalter zur Seite gestellt. Der erst vor knapp zehn Monaten berufene Geschäftsführer Guido Severin bleibt im Amt. Er soll den Klinikbetrieb mit dem vorläufigem Sachwalter und dem von der Klinik beauftragten Rechtsanwalt Michael Mönig aus Münster fortführen. Wie es vom Krankenhaus heißt, haben sich bereits erste potenzielle Investoren gemeldet, die Interesse an einer Übernahme signalisiert haben. Es sei jedoch zu früh, um konkrete Aussagen zu treffen.

Der Antrag bei Gericht lautet auf drohende Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Für die 450 Beschäftigten ist die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes beantragt, um die Gehälter zumindest für die kommenden drei Monate zu sichern. Der Geschäftsführer informierte am Montagnachmittag in einer Betriebsversammlung die Belegschaft, etwa eine Stunde lang dauerte das Treffen.

"Wir sind froh, dass endlich mal jemand mit uns gesprochen hat", sagt ein Mitarbeiter. Zu viele Gerüchte haben in den vergangenen Tagen die Runde gemacht. Dass es für das Personal erst einmal ohne Veränderung weitergeht, sei mit Erleichterung aufgenommen worden. Die Stimmung sei angespannt, wie es heißt. "Wir haben Sorge, dass wir ausbaden müssen, was die oben verzapft haben", sagt eine Kollegin.

Grund für die Krise ist der aufwendige Umbau des Dominikus-Krankenhauses. Die Sanierung war mit 27 Millionen Euro veranschlagt und soll nun rund zehn Millionen Euro mehr kosten. Da gleichzeitig immer wieder Stationen umziehen bzw. bis zu 60 der insgesamt 260 Betten aus dem Betrieb genommen werden müssen, fehlen Einnahmen.

Beim Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung muss die Geschäftsführung ihre Pläne einem Sachwalter offenlegen, behält aber die inhaltliche Kontrolle. Gleichzeitig ist sie in der Pflicht, eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation umgehend anzuzeigen.

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