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Düsseldorf
Doppelmord in Bilk: Ist Tuba S. Psychopathin?

Düsseldorf. Der Gutachter im Gießener Mordprozess hält die Angeklagte für hochgradig gemeingefährlich. Von Stefani Geilhausen

Tobias Krusche war der der einzige, mit dem Tuba S. geredet hat, seit sie wegen dreifachen Mordes angeklagt wurde. Und der Psychiater kommt zu einem außergewöhnlichen Ergebnis: Nicht nur sei die 36-Jährige voll schuldfähig gewesen, als sie erst einen früheren Nachbarn im hessischen Gießen und wenige Wochen später eine 86-jährige Düsseldorferin und deren 58-jährige Tochter ermordet hat. Krusche hält Tuba S. auch für gemeingefährlich, glaubt, dass sie weitere Gewalttaten begehen könne. Bei ihr liege eine "Persönlichkeitsstörung vom Typ Psychopath" vor, sagte Krusche, und kam damit zu einer Diagnose, die in der forensischen Psychiatrie bei Frauen höchst selten ist. Besonders "krass" ist nach Ansicht des Psychiaters, wie schnell sich die Schwere der Straftaten der Angeklagten entwickelt hat - sofern sie die drei Morde tatsächlich begangen habe. Denn zunächst war Tuba S. eher wegen Eigentumsdelikten aufgefallen. Nach einem gescheiterten Medizintechnik-Studium hatte sie Ausbildung zur Krankenschwester begonnen, die beendet wurde, als sie Patienten bestahl. Um an Kredite zu kommen, soll sie zudem ihre Kontoauszüge manipuliert haben.

Habgier sieht die Staatsanwaltschaft auch als Motiv für die drei Morde. Der 79-jährige Erich N. war ein Nachbar von Tuba S., als die in Gießen lebte. Auch ihn soll sie damals schon bestohlen haben. Bei einem Besuch an der Lahn - S. war inzwischen zurück in ihre Heimatstadt Aachen gezogen - hat sie den früheren Nachbarn laut Anklage ermordet und anschließend dessen Wohnung angezündet. Nur vier Wochen später, im Mai 2016, endete eine wahrscheinlich zufällige Begegnung mit Jole G. und ihrer Tochter Sylvia F. in Düsseldorf mit deren Ermordung. Auch hier ist nach Auffassung der Anklage Habgier das Motiv gewesen, die Angeklagte soll Stunden nach den Morden die EC-Karten der beiden Frauen benutzt und ihren Schmuck gestohlen haben. Der Bilker Doppelmord war erst entdeckt worden, als die Gießener Fahnder die Beute fanden, die Düsseldorfer Polizei war zunächst von einem erweiterten Suizid ausgegangen.

Quelle: RP
 
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