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Radserie in Düsseldorf
Drei Typen von Radfahrern

Radserie in Düsseldorf: Drei Typen von Radfahrern
Brigitte Göbels (71) und Rentnerin. FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. Beim Ausbau des Radnetzes gibt es unterschiedliche Bedürfnisse: Die einen wollen schnell auf der Fahrbahn fahren, andere fühlen sich auf Nebenstraßen und Bürgersteigen wohler. Von Denisa Richters

Brigitte Göbels (71), Rentnerin und ehrenamtlich für die Friedrich-von-Spee-Akademie tätig. Typische Strecke: von Flingern Nord über die Ackerstraße zum Worringer Platz. "Ich meide große, verkehrsreiche Straßen und nehme lieber einen Umweg in Kauf. Es gibt angenehme Strecken in Nebenstraßen, etwa über die Charlottenstraße. Auf dem Worringer Platz zum Beispiel würde ich niemals auf der Fahrbahn fahren, das ist mir zu gefährlich. Auch auf Hauptstraßen wie die Graf-Adolf-Straße würde ich mich ohne Radweg niemals trauen. Ärgerlich finde ich, wenn Radwege nicht durchdacht sind, wie der vom Stresemannplatz auf der Karlstraße: Erst wird der Radweg zwischen Geradeaus- und Rechtsabbiegespur gequetscht, dann endet er im Nichts. Da fühle ich mich unsicher. Ich wünsche mir mehr durchgängige Radfahrachsen. Ein Problem sind auch die von Autos zugeparkten Radwege."

Pascal Flörsheim (38), Produkt-Supporter im technischen Bereich. FOTO: Bretz, Andreas

Pascal Flörsheim (38), Produkt-Supporter im technischen Bereich. Typische Strecke: Er fährt jeden Tag von seiner Wohnung in Pempelfort (Duisburger Straße) über die Oberkasseler Brücke nach Meerbusch zur Arbeit. "Für mich ist die neue Radspur auf der Fahrbahn der Oberkasseler Brücke ein echter Gewinn. Damit bin ich viel schneller als vorher auf dem Bürgersteig, den Radfahrer und Fußgänger sich teilen. Zeit ist für mich als Jobpendler wichtig. Meine tägliche Strecke ist recht angenehm, weil sie ab dem Hofgarten fast ausschließlich über Radwege führt. Im Vergleich zu früher hat sich viel getan, beispielsweise mit dem Radweg an der Kölner Straße. Dennoch ist es besser, wenn es noch mehr Radwege in Düsseldorf gibt. Auch am Worringer Platz müsste etwas für Radfahrer getan werden. Am meisten ärgert mich aber, wenn Fußgänger oder Jogger Radwege nutzen und ich dann nicht gut vorankomme."

Katja Dammann (37), Filmproducer. FOTO: Bretz, Andreas

Katja Dammann (37), Filmproducer, hier mit Sohn Vito (6). Typische Strecke: von der Wohnung an der Karolinger Straße zur Kita an der Suitbertusstraße. "Meine Tochter Milla ist acht und fährt schon alleine mit dem Rad zur Schule, Vito begleite ich jeden Tag zur Kita: Er fährt auf dem Bürgersteig, ich parallel auf der Fahrbahn. Mich ärgern oft die Zweite-Reihe-Parker, wobei ich die Parkplatznot als Autofahrerin auch kenne und verstehe. Aber insbesondere an Kreuzungen mache ich mir Sorgen, dass meine Tochter als Radfahrerin nicht gesehen wird. Ich wünsche mir deshalb, dass in Wohnvierteln wie unserem mehr Parkraum geschaffen und nicht alles zugebaut wird. Im Alltag fehlt mir die Toleranz gegenüber Radfahrern – die Autofahrer sind oft genervt, Fußgänger auch, wenn Kinder zu Recht auf dem Bürgersteig fahren. Und wäre das Radwegenetz besser ausgebaut, würde ich viel öfter mit dem Rad zur Arbeit fahren und das Auto stehenlassen."

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