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Dreischeibenhaus Düsseldorf
Die elitärste Dachterrasse der Stadt

Dreischeibenhaus: So schön ist der Blick von der Dachterrasse
Dreischeibenhaus: So schön ist der Blick von der Dachterrasse FOTO: Endermann, Andreas
Düsseldorf. Der Blick von den neuen Aussichtpunkten des Dreischeibenhauses ist einmalig - und nur wenigen vorbehalten. Von Christian Herrendorf

So schön sah sie noch nie aus. Selbst Menschen, die mehrere oder alle ihre Jahrzehnte in Düsseldorf verbracht haben und der Stadt lokalpatriotisch-wohlwollend verbunden sind, haben sie nun in bisher noch nicht gekannter Pracht wahrgenommen. Von der gerade eröffneten Dachterrasse des Dreischeibenhauses aus betrachtet, wirken Licht, Architektur, Natur und Rhein wie an keinem anderen Ort. Die Stadt erscheint im besten Sinne als Metropole im Dorfformat. Die Altstadt, Flingern, der Hafen - alles ist plötzlich so nah, als könne man es berühren. GAP15, LVA-Hochhaus, Ergo-Turm - alles ist plötzlich so charmant klein, als liege diese Terrasse deutlich höher als 80 Meter. Kaufhof, Steigenberger, Opernhaus - alle sind plötzlich keine Kästen mehr, sondern architektonische Vollgenüsse. Und das Licht: auf einmal nicht mehr kalt und blau, sondern warm wie in italienischen Großstädten, so dass der Betrachter den Namen Kaiserstraße erstmals für angemessen hält.

Diese Eindrücke sind relativ wenigen Düsseldorfern vorbehalten, denn die beiden Terrassen sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Ostterrasse, die in Richtung Wehrhahn und Grafenberg gebaut ist, dürfen alle Mieter des Gebäudes nutzen. Noch elitärer ist der Aussichtspunkt in Richtung Altstadt und Rhein. Er ist für zwei Mieter des Dreischeibenhauses reserviert, einer davon ist der Eigentümer Black Horse Investments, hinter dem die Familie Schwarz-Schütte steht.

Bauboom rund um den Kö-Bogen in Düsseldorf FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Das Dreischeibenhaus ist in seiner gesamten Geschichte als und für Hingucker bekannt gewesen. Das mit einer Vorhangfassade verkleidete Stahlskelett war Ende der Fünfziger, Anfang der Sechziger wegweisend für den Hochhausbau in Deutschland. Dabei entstand das bis heute prägende Bild von der Fassade mit geöffneten und geschlossenen Sonnenschutzelementen. Der dritte Hingucker war damals im Erdgeschoss der Datenverarbeitungsrechner 7070 von IBM, dessen Kaufpreis bei 813 000 US-Dollar lag.

Das Gebäude erlangt nun also zum zweiten Mal in seiner Geschichte eine herausragende Bedeutung. Früher war es eine Ikone, die Düsseldorfs Ruhm als Architektur- und Architekten-Stadt begründete. Heute ist das Dreischeibenhaus Zentrum einer neu entstehenden Innenstadt, in der es gleichermaßen Vergangenheit und Vorbild ist. Schließlich ist durch die Sanierung ein ökologisch vorbildliches Gebäude ("Green Building") entstanden, das im März eine der höchsten Architekturauszeichnungen gewann: den Mipim-Award.

Düsseldorf: Die Schrägluftbilder im Kalender FOTO: Stadt Düsseldorf

Dass auch das Umfeld wie das Hochhaus transformiert wird, ist von der Dachterrasse gut zu erkennen. Der dritte Kö-Bogen-Tunnel besitzt bereits klare Formen, dort wird später auch eine Verbindung der Wasserflächen im Hofgarten entstehen. Unterhalb der Ostterrasse liegen die Flächen des Projekts Kö-Bogen II, mit dem der Gustaf-Gründgens-Platz sein neues Erscheinungsbild erhält. Egal, wie gut dieses gelingt, es wird bestenfalls der zweitschönste Punkt der Stadt.

Quelle: RP
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