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Düsseldorf
Dürer-Neubau: Miet-Modell würde Stadt 107 Millionen Euro kosten

Düsseldorf. Aufsichtsrat stimmt Bau und Bodensanierung durch Stadttochter IDR zu - Finanzierung über Miete oder Kauf des Neubaus geplant. Von Denisa Richters

Der Aufsichtsrat der Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) hat gestern in zwei Punkten grünes Licht für den Neubau des Albrecht-Dürer-Berufskollegs auf einem IDR-Grundstück an der Paulsmühlenstraße in Benrath gegeben. Einmütig stimmte das Kontrollgremium der Bodensanierung des früheren Industrieareals zu - die Kosten dafür sollen bei etwa vier Millionen Euro liegen. Mit einer Gegenstimme wurde auch der Bau, der mit 68,6 Millionen Euro angesetzt ist, beschlossen. Offen ist noch der Weg der Zwischenfinanzierung, die Entscheidung soll erst nach dem Beschluss des Stadtrats am 10. Dezember getroffen werden. Die IDR braucht eine Zusage der Stadt für die Nutzung des Neubaus, um mit Banken über die Finanzierung verhandeln zu können.

Laut der bisherigen Beschlussvorlage für den Stadtrat, die unserer Redaktion vorliegt, soll die Stadt sich verpflichten, den Schulneubau für 30 Jahre zu mieten. Zugrundegelegt wird dabei bei einem angenommenen Zinssatz von drei Prozent eine jährliche Mietzahlung von 3,6 Millionen Euro. Damit würde der Neubau die Stadt am Ende rund 107 Millionen Euro kosten. Das wäre deutlich mehr, als bisher diskutiert wurde. Die Alternative wäre der Beschlussvorlage zufolge, dass sich die Stadt verpflichtet, das Gebäude nach Fertigstellung und vor Inbetriebnahme im Sommer 2018 zu kaufen. Dann käme auf die Baukosten noch Grunderwerbsteuer - was aber unter dem Strich dennoch deutlich günstig sein dürfte. Zunächst soll die IDR deshalb bei Banken Angebote für die unterschiedlichen Modelle einholen. Die Beschlussvorlage für den Stadtrat wird dann entsprechend angepasst.

In dem Papier wird auch das Konzept für die Altlastensanierung auf dem 20.000 Quadratmeter großen Areal vorgestellt. Die gesamte Fläche, auf der außer der Schule auch eine Sporthalle (wird auch Vereinen zugänglich sein) und ein Parkhaus geplant sind, ist demzufolge auf Belastung untersucht worden. Im Bereich des Schulgrundstücks wurden 16 so genannte Hot-Spots identifiziert, an denen der Boden komplett ausgehoben wird. Bodeneinbauten wie Fundamente, Keller, Schächte und Kanäle werden inklusive möglicher Kontaminationen entfernt. Sollten dabei weitere stark belastete Bereiche auftauchen, werden auch diese ausgehoben. Auf die künftigen Grünflächen wird 35 Zentimeter hoch neues Erdreich aufgetragen.

Die Neubebauung des Grundstücks erfolgt nach einem Entwurf des Düsseldorfer Architekturbüros RKW. Es sieht für den Dürer-Neubau mehr als 5000 Quadratmeter allgemeinen Unterrichtsbereich sowie Fachräume, Mensa, Aula, Bibliothek und Dreifach-Sporthalle vor. Das Dürer ist das größte Berufskolleg Düsseldorfs, der Neubau ist seit zehn Jahren geplant.

Quelle: RP
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