| 18.59 Uhr

Düsseldorfer Klinik
VRE-Keim bei 13 Frühchen nachgewiesen

Düsseldorf: 13 Babys mit VRE-Keim infiziert
Ein gefährlicher Keim wurde auf der Frühchen-Intensivstation des Florence-Nightingale-Krankenhauses in Düsseldorf festgestellt FOTO: dpa, fg htf
Düsseldorf. Im Florence-Nightingale-Krankenhaus in Kaiserswerth ist der gefährliche VRE-Keim auf der Frühchen-Station festgestellt worden. Bei 13 Kindern konnte der Keim nachgewiesen werden, zwei Kinder wurden infiziert, wie die Klinik auf einer Pressekonferenz am Nachmittag bestätigte. Von Semiha Ünlü und Ina Schwerdtfeger

"Wir bedauern sehr, dass sich auf der Kinderintensivstation VRE-Keime ausgebreitet haben und nehmen die Ängste und Sorgen aller Eltern, auch die der nicht besiedelten Frühchen, sehr ernst und stehen diesen jederzeit für Gespräche zur Verfügung", erklärte Dr. Holger Stiller, Krankenhausdirektor und Vorstand der Kaiserswerther Diakonie am Dienstagnachmittag.

Anfang März seien die ersten Keime auf der Kinderintensiv-Station, auf der Babys ab der 23. Woche aufgenommen werden können, entdeckt worden. Daraufhin seien die betroffenen Eltern informiert und die Säuglinge isoliert worden. Auch das Gesundheitsamt sei über das vermehrte Auftreten der Keime informiert worden.

V.l.: Krankenhausdirektor Holger Stiller, der Leiter des Düsseldorfer Gesundheitsamtes, Klaus Göbels, und Martin Andree Berghäuser, Leitender Oberarzt Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin bei der Pressekonferenz. FOTO: dpa, fg htf

"In enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt haben wir alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet, um die betroffenen Patienten zu identifizieren, zu behandeln und eine weitere Ausbreitung zu verhindern", berichtete Dr. Martin Berghäuser, Leitender Oberarzt Neonatologie und Padiätrische Intensivmedizin am Florence-Nightingale-Krankenhaus.

Bei den Keimen handelt es sich um sogenannte Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE-Bakterien), die schwerkranken Menschen gefährlich werden können. Der VRE-Keim ist gegen viele Antibiotika resistent. Die beiden infizierten Babys wurden behandelt und ihr Zustand stabilisiert werden.

So gefährlich sind Klinikkeime FOTO: dapd

Zwei der 13 Frühgeborenen seien mittlerweile gestorben. Der Tod der jungen Risiko-Patienten stehe laut Klinik jedoch nicht in Verbindung mit dem VRE-Keim, wie nachgewiesen werden konnte. Fünf der Säuglinge befinden sich noch in der Klinik, sechs sind bereits mit ihren Eltern zu Hause. Die Quelle der Keime hat das Krankenhaus nach eigenen Angaben noch nicht gefunden. Neue Fälle habe es seither aber nicht gegeben. Vorsorglich seien die Klinik-Mitarbeiter erneut geschult worden.

2013 waren bei sieben Patienten der Düsseldorfer Uniklinik die Keime entdeckt worden. Die VRE-Ausbrüche ereigneten sich im zweiten und dritten Quartal 2013.

(semi)
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