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Name und NAchricht
Düsseldorf

Düsseldorf. Maximilian Madsack ist 16 Jahre jung, ein Kind des 21. Jahrhunderts. Gestern stand der Schüler des Friedrich-Rückert-Gymnasiums vor dem Carsch-Haus und gedachte jener, die in den 1940er Jahren Opfer eines unvorstellbaren Menschheitsverbrechens, der Shoah, wurden. Auf dem weißen Zettel, den er an diesem Nachmittag in Händen hält, steht oben Simon Epstein und unten Julius Feige. Konzentriert tritt der Zehntklässler an das Mikrofon und liest ein gutes Dutzend Namen vor.

Andere Düsseldorfer Schüler, aber auch Politiker wie NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und Künstler wie Jacques Tilly tun es ihm gleich. Mehr als 2500 Namen werden aufgerufen. Düsseldorfer Juden, die ihr Leben verloren haben, weil ein barbarisches Regime ihnen das Lebensrecht absprach. Rund anderthalb Stunden dauert das. Madsack findet diese besondere Form des Gedenkens gut. "Es geht doch genau darum: Wir gedenken jedem Einzelnen, in dem wir ihn beim Namen rufen", sagt der Schüler.

Angesprochen wurde der 16-Jährige von seiner Deutschlehrerin Dorothea Kusch; gemeinsam mit etwa zehn weiteren Schülern des Rather Gymnasiums hat er sich auf den weltweiten Gedenktag "Jom Hashoa" vorbereitet. In seinem Geschichtsunterricht steht das Thema noch an. "Im Moment besprechen wir die Ereignisse rund um die Machtergreifung." Seinen Auftritt sieht der Gymnasiast auch als Signal gegen neo-nazistische Tendenzen. "Gruppierungen, die in dieses Spektrum fallen, sollten verboten werden", sagt der 16-Jährige, der aktuell überlegt, in naher Zukunft einer der Parteien des demokratischen Spektrums beizutreten.

"Demokratie lebt von denen, die auch aktiv mitmachen", sagt er. Jörg Janßen

Quelle: RP
 
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