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Düsseldorf

Düsseldorf. Sie lacht so gern. Dass ausgerechnet Trauer das große Thema ihres Lebens geworden ist, hat daran nichts geändert. Vielleicht auch, weil Harriet Kämpers (65) Botschaft ist, dass Trauer "ein Lebensquell" ist, der Menschen stärker machen kann - wenn man sie denn trauern lässt.

Als ihr Bruder Thomas an Krebs starb, war Harriet Kämper um die 40, eine erwachsene Frau und Mutter dreier Teenager, von der die Welt erwartete, sie müsse damit umgehen. Die Einsamkeit in ihrer Trauer war die Initialzündung dafür, dass Harriet Kämper einen Hospizverein in Delmenhorst gründete und sich zur Trauerbegleiterin ausbilden ließ. In Seminaren arbeitete sie vor allem mit Eltern, die ein Kind verloren haben.

Just als sie in ihre alte Heimat Düsseldorf zurückkehrte, wurde hier das erste Kinderhospiz eröffnet. Im Regenbogenland gehörte Harriet Kämper zu den Frauen der ersten Stunde, die vielen Eltern und Geschwistern gestorbener Kinder durch die schwerste Zeit geholfen hat. Man darf Tränen nicht einfach wegtrösten, Trauer nicht als etwas sehen, das überwunden werden muss, sagt sie. Und alle ihre Schützlinge haben irgendwann verstanden, was sie damit meint.

Als die damalige Führung des Kinderhospizes die Einrichtung in Verruf zu bringen drohte, ging Kämper - um wenig später für den Kinderhospizverein einen ambulanten Dienst zu gründen. Der AKHD und das erneuerte Regenbogenland sind heute einander gut ergänzende Einrichtungen für Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern. Ein Segen, sagt Harriet Kämper, sei die Arbeit auch für sie selbst gewesen, "ich habe viele Menschen kennenlernen dürfen, die mich sehr bewegt haben". Im Sommer feiert der AKHD zehnjähriges Bestehen. Dann grüßt Harriet Kämper schon aus dem Ruhestand. S.Geilhausen

Quelle: RP
 
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