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Düsseldorf. Geht es nach dem Willen des Rathauses, soll die städtische Methadonausgabe an der Flurstraße im kommenden Jahr schließen. Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke und die Verwaltungsspitze halten sie für verzichtbar, weil es in Düsseldorf zahlreiche niedergelassene Arztpraxen gibt, die eine solche Versorgung anbieten. Den Vorschlag aus der Lenkungsgruppe 2020, die Sparpotenziale in der Verwaltung benennt, erläuterte der Beigeordnete den Politikern im Gesundheitsausschuss.

Aus gutem Grund. Denn darüber, ob an dieser Stelle tatsächlich gespart werden soll, entscheidet am Ende der Rat. Kritik an dem Plan übt Verdi-Sekretärin Britta Wortmann. Sie bemängelt bei dem Vorhaben auch die fehlende Transparenz. Ausgerechnet einen Bereich, der durch das Land refinanziert werde, zu privatisieren beziehungsweise aufzugeben sei "wieder ein Beispiel für die Absenkung der sozialen Standards in der Stadt". Die gerade eben erst veröffentlichte Zahl der Drogentoten, die bundesweit um neun Prozentpunkte gestiegen sei, belege, dass dieser Bereich gestärkt werden müsse.

Eine Kritik, der die Verwaltung widerspricht. Denn es gehe eben gerade nicht um die Aufgabe der psychosozialen Betreuung der Abhängigen. Die werde "zum Nutzen der Betroffenen" neu organisiert, bleibe aber erhalten. Auch die Sorge, es könne bei nicht krankenversicherten Drogenabhängigen nach Aufgabe der eigenen Ausgabestelle eine Versorgungslücke entstehen, halten die Gesundheitsexperten des Rathauses für unbegründet. Das betreffe vor allem Menschen, die aus einer Justizvollzugsanstalt entlassen werden.

Und für die werde es besondere Lösungen geben. Jörg Janßen

Quelle: RP
 
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