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Düsseldorf

Name und Nachricht: Düsseldorf
FOTO: Endermann Andreas
Düsseldorf. Im Rahmen seiner Forschung zur Geschichte der Kriminalpolizei stieß der Leiter der Mahn- und Gedenkstätte immer wieder auch die Schikanen und Diskriminierungen, denen wohnungslose Menschen im so genannten Dritten Reich in Düsseldorf ausgesetzt waren. Seine Erkenntnisse mündeten im Herbst in eine Sonderausstellung, zu deren Finissage Bastian Fleermann jetzt Gäste in die Mahn- und Gedenkstätte lud, die sich heutzutage um Wohnungslose kümmern. Der Historiker unterstreicht damit die Rolle seines Hauses, das nicht nur eines des Gedenkens ist, sondern auch eine mahnende Institution, die das aktuelle Leben in Düsseldorf wach beobachtet. Vor den bedrückenden Bildern und Dokumenten der Ausstellung nannte Johannes Dörrenbächer von "Fiftyfifty" die Situation Obdachloser in der Stadt "nach wie vor prekär". Und Jürgen Plitt von den Armen Brüdern des heiligen Franziskus sprach von großem Nachholbedarf in der Landeshauptstadt, in der die Zahl der Sozialwohnungen gegenüber 2008 deutlich gesunken sei. Auch Miriam Koch, Leiterin des neuen Amts für Integration und Migration, forderte mehr Unterkünfte für Obdachlose in der Stadt und den Ausbau öffentlich geförderten Wohnraums. Zumal - wie Diakoniepfarrer Torsten Nolting betonte, die Zahl der Obdachlosen in Düsseldorf innerhalb von nur zwei Jahren auf zuletzt 2400 gestiegen sei. Für einen menschenwürdigeren Umgang plädierte Barbara Kempnich von der Bahnhofsmission. Die Notschlafstellen etwa sollten den Bedürfnissen der Betroffenen angepasst werden und nicht - wie bisher - umgekehrt.

Die Ausstellung "Ohne Obdach - Ohne Schutz" ist noch bis Sonntag zu sehen. Stefani Geilhausen

Quelle: RP
 
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