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Name und Nachricht: Düsseldorf
FOTO: Al Azzawi
Düsseldorf. Ein Semester war Mustafa Al Azzawi schon an der Uni eingeschrieben. Sport wollte er studieren, Lehrer werden. Er hatte sich dazu qualifiziert, war vorher Sportlehrer für Grundschüler, einer der besten drei im Land, nun wollte er auch die Großen unterrichten. Dann kam der IS. Terroristen nahmen seine Stadt, seine Uni in der Provinz Al-Anbar ein. Das war 2015. "Ich wusste schnell, dass das gefährlich ist. Weil ich nicht so wie sie denke", sagt Al Azzawi über die Terrormiliz.

Also flüchtete der heute 24-Jährige, gelangte nach Deutschland - und blickt nun zuversichtlich in die Zukunft: Ab dem Herbst macht er eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann im Sportamt der Stadt. Erarbeitet hat er sich das mit Fleiß und Engagement. Als Bundesfreiwilligendienstler war er für das Amt im Einsatz. "Als ich nach Düsseldorf gekommen bin, habe ich zunächst einige Deutschkurse gemacht und dann in Flüchtlingsheimen gearbeitet, beim Übersetzen geholfen", berichtet er. Über einen Bekannten erfuhr er von dem Freiwilligen-Programm - und bewarb sich. Seine Aufgabe: Sportprojekte für Flüchtlinge konzipieren. "Mit meinen beiden Kolleginnen habe ich zum Beispiel einen Zumba-Kurs für geflüchtete Frauen ins Leben gerufen. Sie konnten Sport machen, und wir haben auf ihre Kinder aufgepasst", erzählt er.

Sport ist die Leidenschaft von Al Azzawi: "Als Kind wollte ich immer Profi-Fußballer werden. Naja, dann ist es eben der Sportlehrer geworden." Das würde er auch gerne in Deutschland machen - bloß, dass das mit der Anerkennung seiner Ausbildung sehr schwierig ist. Weil die Stadt das wusste, hat man ihm nun den Ausbildungsplatz angeboten. Kollegen und Vorgesetzte sind voll des Lobes für ihren Mitarbeiter aus dem Irak. Bis zum Herbst wird Al Azzawi nun auf die Ausbildung vorbereitet, dann geht es los. Laura Ihme

Quelle: RP
 
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