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Lärm
An diesen Stellen ist es in Düsseldorf besonders laut

Düsseldorf: An diesen Stellen ist es in Düsseldorf besonders laut
Viel Verkehr in der Stadt ist eine der Hauptquellen für Lärm. FOTO: dpa, Martin Gerten
Düsseldorf. Mit dem Lärmaktionsplan versucht die Stadt Düsseldorf, ein wenig Ruhe an die lautesten Orte in der City zu bringen. Die Stellen werden zuvor aufwendig errechnet. Dieses Vorgehen stößt jedoch auch auf Kritik. Von Laura Ihme

An 29 Straßenzügen in der Düsseldorfer Innenstadt ist es zu laut. Das hat das Umweltamt festgestellt. Deshalb hat es diese Straßen in den neuen Lärmaktionsplan aufgenommen und Maßnahmen gegen den Krach erarbeitet. Am Donnerstag beschäftigt sich der Umweltausschuss mit dem Plan, der bereits der zweite dieser Art in Düsseldorf und nicht unumstritten ist. Die wichtigsten Infos im Überblick.

Warum gibt es den Lärmaktionsplan? Grundlage für den Plan ist die EU-Umgebungslärmrichtlinie. Sie verpflichtet große Städte europaweit dazu, alle fünf Jahre ein Konzept für den Kampf gegen den Krach aufzustellen. In Düsseldorf wurde 2011 erstmals ein Lärmaktionsplan aufgestellt. Nun folgt die zweite Auflage.

Wie wird der Plan aufgestellt? Die Experten des Umweltamtes erstellen eine Lärmkartierung. Das ist eine Art Lärmprofil der Stadt. Das erstellen sie aber nicht mit einem Messgerät, sondern per Computer: Anhand von Daten wie der Anzahl von Autos, die täglich über eine Straße fahren, oder der zulässigen Geschwindigkeit wird errechnet, wie groß die Lärmbelastung ist. Auch der Abstand der Häuser zu der Straße spielt eine Rolle und wie viele Menschen betroffen sind. "Je dichter ein Gebiet bebaut ist, desto mehr Menschen sind Opfer des Lärms", sagt Gerd Wiechers, Sachgebietsleiter für Verkehrslärm beim Umweltamt. Und je mehr Menschen betroffen sind, desto größer ist der Verbesserungsbedarf. "Es kann sein, dass eine Straße lauter ist als die im Plan berücksichtigten, aber wenn dort nur zwei Häuser stehen, ist die Priorität niedriger." Nach der Berechnung werden laute Stellen mit vielen Betroffenen für den Aktionsplan ausgewählt. Als Richtwert gilt: Brennpunkt sind Straßen, die mit 65 Dezibel Dauerschall im Mittel am Tag und 55 Dezibel im Mittel in der Nacht belastet werden. Zum Vergleich: 65 Dezibel erreicht auch ein eingeschalteter Staubsauger.

Was wird dann gegen den Lärm getan? Für jede Straße prüft die Stadt Möglichkeiten gegen Lärm: Kann eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden? Sollte Flüsterasphalt verlegt werden? Dann wird entschieden, was am meisten Sinn macht und wann Maßnahmen umgesetzt werden können. Das passiert dann auch im Zuge anderer Arbeiten: "Wenn an einer Stelle gerade ohnehin gearbeitet wird, kann der Lärmschutz gleich mit umgesetzt werden." Die Umsetzung des Lärmaktionsplans ist unkompliziert, denn: Die Stadt muss mit ihm die EU-Richtlinie erfüllen, gleichzeitig hat die Politik die Stadt mit dem Masterplan Lärm, zu dem auch der Lärmaktionsplan gehört, längst dazu verpflichtet, etwas gegen den Krach zu machen. Bedeutet: Der Aktionsplan muss zwar von der Politik beschlossen werden, damit er in Brüssel eingereicht werden kann. Das Amt darf aber schon handeln.

Warum gibt es dann Kritik? Die Berechnung für den Plan dauert zu lang, einiges ist veraltet, wenn alles steht. Ein Beispiel: Die Lärmkartierung für den neuen Plan stammt aus dem Jahr 2013. Da gab es die Wehrhahn-Linie noch nicht. Durch sie sind aber neue Lärmquellen entstanden, zum Beispiel an der Uhlandstraße, wo nun fünf Bahnlinien entlangfahren. Diese Straße ist nicht berücksichtigt. "Das Problem sind die Daten: Bis wir sie alle für die Berechnung haben, dauert es", sagt Wiechers. Ebenfalls ein Problem: Flug- und Bahnlärm werden nicht erfasst. Fluglärm ist Ländersache, der Bahnlärm muss von der Deutschen Bahn reguliert werden - da hat die Stadt keinen Einfluss drauf, im Plan spielt es daher keine echte Rolle.

Quelle: RP
 
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