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Düsseldorf
Bau des Dürer-Berufskollegs startet 2016

Düsseldorf- Bau des Dürer-Berufskollegs startet 2016
So soll der Neubau des Albrecht-Dürer-Berufskollegs an der Paulsmühlenstraße in Benrath aussehen. FOTO: IDR
Düsseldorf. Seit Jahren wird um das neue Gebäude gerungen. Nun soll das Großprojekt noch dieses Jahr in Benrath auf den Weg gebracht werden. Die rund 70 Millionen Euro Kosten sollen über eine Mietverpflichtung der Stadt finanziert werden. Von Denisa Richters

Vor genau zehn Jahren wurde das Albrecht-Dürer-Berufskolleg wegen Sanierungsbedürftigkeit des Gebäudes am Fürstenwall in die Maßnahmenliste des Rathauses aufgenommen. Jetzt endlich könnte es für die Einrichtung vorangehen: 2016 soll der Neubau auf einem Grundstück der Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) in Benrath beginnen; Anfang 2018 soll er fertig sein, so dass die rund 4200 Schüler zum Schuljahresbeginn im Sommer einziehen können.

Noch in diesem Jahr, vermutlich in der Dezembersitzung, soll der Stadtrat für den Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss grünes Licht geben. In den Wochen bis zur Entscheidung dürfte es noch spannend werden. Denn der Neubau wird etwa 70 Millionen Euro kosten - wie das finanziert werden soll, ist noch unkklar. Denn die FDP, Partnerin in der Ampel-Kooperation mit SPD und Grünen, hat sich darauf festgelegt, dass weder die Stadt noch ihre Töchter neue Kredite aufnehmen dürfen. Das Argument von Rathaus-Chef Thomas Geisel (SPD), durch solche Investitionen würden auch Werte geschaffen, überzeugte die Liberalen bisher nicht. Detaillierte Überlegungen zur Finanzierung gibt es dennoch sehr wohl.

Ernsthaft erwogen wird ein besonderes Modell öffentlich-privater Partnerschaft: Dieses sieht vor, dass die IDR im Auftrag und nach Vorgaben der Stadt auf ihrem eigenen Grundstück das Kolleg-Gebäude baut, die Stadt es dann von ihrer Tochter mietet - mit einer Verpflichtung auf 30 Jahre. Dieser Mietvertrag wird quasi an eine Bank für einen bestimmten Preis verkauft. Der Vorteil: Im Gegensatz zu einer Bank-Finanzierung, die mit Sicherheiten hinterlegt wird, werden bei diesem Modell nach Ansicht von Experten formal keine Schulden aufgenommen, in der Bilanz tauchen nämlich keine Verbindlichkeiten auf. Forfaitierung heißt das im Fachjargon. Im Mietvertrag soll den Informationen unserer Redaktion zufolge auch eine Kaufoption für die Stadt auf die Immobilie festgelegt werden.

Geklärt scheint inzwischen die Frage der Altlasten im Boden des 6,6 Hektar großen früheren Industrie-Areals an der Paulsmühlenstraße. In einer Machbarkeitsstudie des Architekturbüros RKW soll die Frage der Schadstoffe abgeklärt und gemeinsam mit dem Umweltamt ein Konzept erarbeitet worden sein. Es sieht unterschiedliche Maßnahmen vor. Nur an besonders belasteten Stellen soll das Erdreich "ausgekoffert" werden, was besonders zeit- und kostenaufwendig ist. An diesen Stellen sollen dann dem Konzept zufolge die Tiefbauarbeiten, etwa für das auf einem Teil des Geländes geplante Parkhaus, erfolgen.

Das Albrecht-Dürer-Berufskolleg soll auf einem Drittel des Areals entstehen. Auf einer Nutzfläche von rund 14.300 Quadratmetern können alle drei derzeitigen Dependancen des Kollegs zusammengezogen werden, der zusätzliche Raumbedarf von 1400 Quadratmetern wird ebenfalls gedeckt. Mit einer reinen Sanierung des Standorts am Fürstenwall wäre diese Problematik nicht zu lösen gewesen. Auf dem Rest der IDR-Fläche ist außer dem Parkhaus auch Wohnbebauung vorgesehen. Die Stadtverwaltung erhofft sich von der Gesamtmaßnahme eine Belebung des Viertels.

Quelle: RP
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