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Mehr Übernachtungen
Düsseldorf bei Chinesen immer beliebter

Chinas Präsident Xi: Ankunft im Düsseldorfer Hotel
Chinas Präsident Xi: Ankunft im Düsseldorfer Hotel FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. Die Zahl der Übernachtungen in Düsseldorf durch asiatische Hotelgäste steigt rasant. Sie werden wirtschaftlich immer bedeutender. Dagegen ist die Zahl der in der Landeshauptstadt übernachtenden Russen rapide gesunken. Von Thorsten Breitkopf und Uwe-Jens Ruhnau

China und andere asiatische Staaten sind auf dem Weg, für Düsseldorfs Wirtschaft die bedeutendsten Regionen außerhalb Mitteleuropas zu werden. Das belegen die jüngsten Daten des Statistischen Landesamtes IT.NRW. Demnach ist die Zahl von Übernachtungen von Gästen aus China im Jahr 2015 um knapp 26 Prozent auf fast 80.000 gestiegen.

Hoteliers bestätigen diesen Trend. "Seit der chinesische Staatspräsident vor zwei Jahren bei uns zu Gast war, sind wir ein begehrtes Ziel chinesischer Besucher, der Großteil sind Geschäftsleute", sagt Ronald Hoogerbrugge, Chef des Interconti an der Königsallee.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping in Düsseldorf FOTO: dpa, mb wst

Noch stärker als die Zahl der Chinesen ist die Zahl von Gästen aus den arabischen Golfstaaten angestiegen. Im vorigen Jahr wurden 106.000 Übernachtungen gezählt, ein Anstieg um fast ein Drittel gegenüber 2014.

Der Breidenbacher Hof verzeichnet ebenfalls bei den Chinesen zweistellige Zuwächse bei den Übernachtungszahlen, vor allem aber bei Ländern des Mittleren Ostens. "Bei Kuwait haben sich die Zahlen mit 96,1 Prozent plus fast verdoppelt", sagt Direktor Cyrus Heydarian, "bei Katar liegt der Zuwachs sogar bei plus 118 Prozent." Dies habe vor allem mit den vielen Reisen in die Region zu tun. Heydarian und seine Kollegin Britta German sind viele Wochen im Jahr in aller Welt unterwegs, um auf Reisemessen bei Agenten für Düsseldorf und natürlich für ihr eigenes Hotel zu werben. Bei dieser fokussierten Zielgruppenansprache hofft Heydarian künftig auf mehr Unterstützung durch die Tourismusabteilung der Düsseldorf Marketing und Tourismus (DMT), die sich allerdings zurzeit im Umstrukturierungsprozess befindet.

Chinas Staatschef Xi Jinping besucht Deutschland FOTO: dpa, nie wst

Laut Uwe Kerkmann, Leiter der Düsseldorfer Wirtschaftsförderung, steigt auch die Zahl chinesischer Touristen in Düsseldorf, die im Rahmen von Europareisen Station in Düsseldorf machen. Allerdings überwiegt die Zahl der Businessgäste. Wurden diese früher weit überwiegend durch die Messe Düsseldorf an den Rhein gelockt, ist jetzt die stark wachsende Zahl asiatischer Firmen in der Landeshauptstadt immer entscheidender. "Allein 2015 haben wir 113 Anfragen von chinesischen Firmen bearbeitet, 63 davon haben sich vergangenes Jahr hier niedergelassen", sagt Kerkmann. Damit gibt es nun bereits 400 Unternehmen aus dem Reich der Mitte in Düsseldorf. Die Gemeinde zählt laut Kerkmann nun 3000 Menschen. In 2015 wurde die Zusammenarbeit mit China massiv ausgebaut. In dem Jahr nahm das chinesische Generalkonsulat seine Arbeit auf. Im Oktober startete die Fluggesellschaft Cathay Pacific ihren Direktflug nach Hongkong. Es gibt einen Trend zu steigenden Investitionsvolumina je Projekt und zu mehr Firmenübernahmen.

3000 Chinesen leben in Düsseldorf. 2014 feierten sie den Besuch ihres Staatspräsidenten Xi Jinping auf der Königsallee vor dem Interconti. FOTO: Andreas Bretz

Auch Düsseldorfs langjähriger asiatischer Partner Japan setzt weiter auf den Standort. Im vergangenen Jahr gab es 20 Neuansiedlungen - betrachtet man die Größenverhältnisse der beiden asiatischen Nachbarn, ist das eine sehr große Zahl. Stark rückläufig sind die Übernachtungen aus Russland. Die Zahl sank um mehr als ein Drittel auf 84.000. Grund sei die dortige Wirtschaftskrise und der stark abgewertete Rubel, sagt DMT-Sprecher Roman von der Wiesche.

Quelle: RP
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