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Bombe in Düsseltal ist entschärft
Tausende mussten wegen Blindgänger Wohnungen verlassen

Fliegerbombe in Düsseldorf-Düsseltal entschärft
Fliegerbombe in Düsseldorf-Düsseltal entschärft FOTO: Berger
Düsseldorf. Der Kampfmittelräumdienst hat am Donnerstagnachmittag einen Blindgänger in Düsseltal entschärft. Tausende mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Entschärfung begann mit Verspätung.  Von Ina Schwerdtfeger

Der zehn Zentner schwere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war bereits am Mittwoch bei Bauarbeiten an der Graf-Recke-Straße gefunden worden. Am Donnerstagmorgen wurde der Fund freigelegt und vom Kampfmittelbeseitigungsdienst untersucht. Die Experten stellten fest, dass die Bombe noch scharf war.

Evakuierung dauerte länger als geplant

Wegen der Größe der Bombe legten die Fachleute einen Sicherheitsradius von einem Kilometer fest. Betroffen waren insgesamt 14.000 Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten oder während der Entschärfung nicht vor die Tür durften. Weil derart viele Menschen betroffen waren, verzögerte sich die Evakuierung. Kurz vor der eigentlich angesetzten Entschärfung um 15.30 Uhr, hatten noch nicht alle Busse, die für die Evakuierung eingesetzt waren, die Leute aus der Gefahrenzone abgeholt. Immer wieder ereilten die Einsatzleitung neue Meldungen von nicht evakuierten Personen, darunter eine Gruppe mit 30 Kindergartenkindern, die mit dem Bus noch aus der Gefahrenzone gebracht werden musste. So konnte die Entschärfung erst eine Stunde später als geplant beginnen. 

Knapp 20 Minuten benötigten Leisten und Udo Lokotsch vom Kampfmittelbeseitigungsdienst, um die amerikanische Bombe unschädlich zu machen. Um 16.48 Uhr war der Sprengkörper entschärft.

Die Thomas-Edison-Realschule wurde als Notanlaufstelle zur Verfügung gestellt. Rund 180 Menschen nahmen das Angebot in Anspruch. Darunter viele ältere Menschen, die zum Teil mit Rettungswagen zur Sammelstelle gebracht worden waren, aber auch viele Familien mit Kindern. 

Staus auf wichtigen Verkehrsachsen

Die Betreuungsstelle wurde unter anderem von Tina Lembke und ihren Kindern sowie zwei Schulfreundinnen genutzt. "Mein Mann hatte zuerst von der Bombenentschärfung gehört und gesagt, dass unser Haus auch betroffen sei." Ihre Tochter, die die Französische Schule an der Graf-Recke-Straße besucht, hatte bereits um 11.30 Uhr schulfrei.

Rund 250 Kräfte von Feuerwehr, Ordnungsamt, Polizei und Hilfsorganisationen waren im Einsatz. Da für die Entschärfung unter anderem die wichtigen Verkehrsachsen der Heinrich-, Graf-Recke-, Vautier-, Simrock-, Lenau- und Ludenberger Straße sowie der Grafenberger Allee gesperrt werden mussten, kam es zu Einschränkungen für den Verkehr. Auch nachdem die Sperrungen aufgehoben waren, dauerte es einige Zeit, bis sich die Staus entzerrten. 

Hier finden Sie das Protokoll der Entschärfung zum Nachlesen.

(sef)
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