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Düsseldorf
Brandschutz-Mängel bei der Feuerwehr

Düsseldorf - Brandschutz-Mängel bei der Feuerwehr
Die Leitungen der Telekommunikationsanlage liegen im Keller über dem Putz. Wie da welche Drähte zusammenhängen, weiß niemand so genau. FOTO: privat
Düsseldorf. Pfützen im Keller, Schnee auf dem Dachboden, das Stromnetz mit Porzellansicherungen gesichert - die Wache in Wersten ist marode. Und Platz für den dort vorgesehenen Notarzt gibt es auch nicht. Von Stefani Geilhausen

Eigentlich hätte schon längst ein Notarzt samt Fahrzeug in Wersten stationiert sein sollen. Doch der fährt immer noch aus Eller zu seinen Einsätzen. Weil in der Wache in Wersten kein Platz für die Unterbringung ist, sollte auf den Hof ein Container für Notarzt und Fahrzeug. Doch der wurde nie aufgebaut. Und an der Garage für den Notarztwagen ist das - handbetriebene - Tor seit mehr als einem Jahr kaputt. "Statt es zu reparieren, wird in der Stadtverwaltung eine teure Neuanschaffung diskutiert", heißt es in der Belegschaft, die das ziemlich überflüssig findet.

Als die Wache 1961 in Betrieb genommen wurde, reichten die Ruheräume für die Männer, die dort im Zweischicht-Betrieb arbeiten, noch aus. Heute sind pro Schicht rund 30 Männer im Haus, und wenn die sechs Betten im Raum alle belegt sind, geht die Zimmertür nicht mehr auf. "Und die Luft wird auch schnell dick", sagt Marc Pohl, für die Feuerwehr in der Komba-Gewerkschaft und im Personalrat. Die Mitarbeiter der Malteser, die den Rettungsdienst machen, haben in ihrem Schlafraum auch noch ihr Büro. "Weder die Ruhe- noch die Aufenthaltsräume entsprechen einem halbwegs modernen Standard", sagt Pohl. Ganz zu schweigen von den Sanitäranlagen. Drei Toiletten- und drei Duschkabinen im selben Raum teilen sich die Feuerwehrleute. Ist mal eine Frau im Einsatzteam, müssen die Männer warten, bis sie fertig ist - einen zweiten Waschraum gibt es nicht.

Die Belegschaft hat sich an die Mängel in der Wache schon gewöhnt: Ein Teil der Einsatzkleidung hängt aus Platzmangel im Fahrzeugraum. Die Kellerwände sind undicht, bei Regen bilden sich Pfützen. Unterm Dach liegt im Winter schon mal Schnee. Die Stromversorgung wird mit Schraubsicherungen gesichert. Und woher das Geräusch an der nicht minder altertümlichen Telekommunikationslage im Keller kommt, weiß niemand so genau. Von Arbeitsschutz könne da kaum noch die Rede sein, und auch der Brandschutz hätte sicher einiges zu bemängeln, heißt es beim Personal. Die Anforderungen, die die Stadt an jeden Bauherrn stelle, erfülle dieses städtische Gebäude jedenfalls nicht.

Apropos Anforderungen: Beim Bau der Fahrzeughallen reichten 3,34 Meter Torbreite für Krankenwagen aus. Heute sind 3,60 Meter Vorschrift. Und das Ein- und Ausparken mit den großen Rettungswagen ist Millimeterarbeit, Blechschäden sind an der Tagesordnung. "Wir haben hier seit Generationen einen Sanierungsstau", sagt Pohl.

Der Oberbürgermeister habe nach einem Besuch im Frühjahr versprochen, sich um den vorliegenden Projektbeschluss zu kümmern. "Passiert ist nichts", klagen die Feuerwehrleute.

Laut Dezernentin Helga Stulgies soll ein Gutachter diesen Beschluss nun prüfen und auch die Mängel noch mal in Augenschein nehmen, Anfang kommenden Jahres hofft sie, anhand einer Art Machbarkeitsstudie in eine konkretere Planung einsteigen zu können. Noch sei völlig unklar, welche Kosten auf die Stadt zukämen. Auch die seit zwei Jahren laufenden Untersuchungen des Bodens auf Verseuchung durch PFT seien noch nicht abgeschlossen.

Quelle: RP
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