| 16.40 Uhr

Beitrag von AfD-Mann geteilt
Düsseldorfer CDU-Politikerin nach Facebook-Post in der Kritik

Düsseldorf. Sylvia Pantel, Bundestagsabgeordnete für die CDU, hat sich mit einem Facebook-Post Ärger eingehandelt. Sie teilte unkommentiert einen Beitrag von AfD-Landtagskandidat David Eckert. Kritik kommt auch aus den eigenen Reihen.

"Hier eine kleine Erinnerung an jeden, der überlegt, die Grünen zu wählen" – so heißt es auf der Facebook-Seite von David Eckert, AfD-Kandidat im Wahlkreis Düsseldorf III. Verlinkt ist ein Artikel der Zeitung "Die Welt", in dem es um die Pädophilie-Debatte bei den Grünen und einen Text des Bundestagsabgeordneten Volker Beck geht. Der Artikel ist allerdings nicht aktuell, er wurde im September 2013 veröffentlicht.

Ein Beitrag wie dieser ist bei Eckert keine Seltenheit, er fiel schon öfter mit provokanten Posts in sozialen Netzwerken auf. Ungewöhnlich ist dafür sicherlich, dass eine CDU-Abgeordnete einen solchen Beitrag eines AfD-Kandidaten teilt – unkommentiert.

Kritik auch von CDU-Anhängern

Sylvia Pantel fing sich damit Kritik von verschiedenen Facebook-Nutzern ein. Ihr wurde vorgeworfen, dem AfD-Kandidaten durch das Teilen des Beitrages eine Plattform zu bieten und mit ihrem Verhalten "das unreflektierte Niveau von Frau Steinbach" (Erika Steinbach, umstrittene ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete, d. Red.) erreicht zu haben.

Auffällig dabei: Scharfe Kritik kam nicht nur von Anhängern anderer Parteien, auch Nutzer, deren Profilbilder ihre Nähe zur CDU deutlich machen, zeigten sich verärgert über den Beitrag. Die Bundestagsabgeordnete argumentierte als Reaktion, es solle um Inhalte und nicht um Personen gehen, außerdem stamme der geteilte Artikel von der "Welt" und sei damit seriös.

Pantel: "Technisch nicht so versiert gemacht"

Auf Anfrage teilte Pantel mit, dass sie zwar den "Welt"-Artikel teilen wollte, nicht aber den Post von David Eckert: "Das habe ich technisch nicht so versiert gemacht." Die Kritik der Nutzer bezüglich der AfD und des Kandidaten könne sie daher auch verstehen. "Ich kenne den Herren nicht und ich teile seine politische Einschätzung bestimmt nicht", sagte Pantel.

Es sei der Politikerin bei dem Beitrag lediglich um das Thema Pädophilie gegangen: "Ich dachte, das hätte ich in den Kommentaren auch erklärt, dass es mir nur um den Artikel ging."

Bleibt die Frage, warum Pantel einen Artikel teilt, der mehr als dreieinhalb Jahre alt ist. "Ich habe noch keine offizielle Stellungnahme von Herrn Beck dazu gehört und deshalb ist das Thema für mich noch aktuell", sagte sie dazu.

Dabei geht es allerdings um die Frage, ob sich Beck von seiner Behauptung distanziert habe, der Text, den er für den 1988 erschienenen Sammelband "Der pädophile Komplex" geschrieben hatte, sei vor Abdruck ohne sein Wissen in Teilen verändert worden. Von der "Grundannahme" des Textes hat sich der Politiker schon vor Jahrzehnten und immer wieder öffentlich distanziert.

(lis)
 
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