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Nach Prügelattacken
CDU-Ratsmitglieder fordern Kameras an S-Bahnhöfen in Eller

Düsseldorf: CDU fordert nach Angriffen Kameras an S-Bahnhöfen in Eller
Oben am Bahnsteig gibt es in Eller-Süd eine Kamera. Hier in der Unterführung, wo am Montag zwei Männer von einer Gruppe Jugendlicher verprügelt wurden, nicht. FOTO: Helene Pawlitzki
Düsseldorf. Nach den gewaltsamen Übergriffen auf drei Männer am Montagabend an den S-Bahnhöfen Eller-Süd und -Mitte fordern zwei CDU-Ratsmitglieder eine Diskussion über mehr Kameras. Von Helene Pawlitzki

Man habe in der Bezirksvertretung 8 wiederholt eine Videoüberwachung aller drei S-Bahnhöfe in Eller (also neben Süd und Mitte auch der Bahnhof Eller), der Unterführung in Eller-Süd und des gesamten Haltestellenbereichs Eller-Mitte gefordert, schreiben Dagmar von Dahlen, CDU-Fraktionschefin in der BV 8, und CDU-Ratsherr Christian Rütz in einem gemeinsamen Statement. Stadt, Deutsche Bahn und Rheinbahn hätten jedoch bislang nichts unternommen.

An den beiden Tatorten, nämlich dem Bahnsteig Eller-Mitte und der Unterführung im Bahnhof Eller-Süd, gibt es laut Polizei bislang keine Videoüberwachung. Dort hatten Gruppen von Jugendlichen insgesamt drei Männer angegriffen und mit Fußtritten teils schwer verletzt. In Eller-Süd soll eine Kamera lediglich den Bahnsteig erfassen.

Zuständig für eine Kameraüberwachung an Bahnsteigen ist die Deutsche Bahn. Sie gab bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme ab, kündigte aber an, sich zeitnah äußern zu wollen. Im öffentlichen Raum, also abseits der Bahnhöfe, liegt die Zuständigkeit laut Stadt Düsseldorf bei der Polizei. Für die Straßenbahn-Haltestellen ist die Rheinbahn zuständig.

Die S-Bahnhöfe in Eller sind modernisierungsbedürftig

Über Sicherheit, Ausstattung und Sauberkeit der S-Bahnhöfe in Eller wird schon länger diskutiert. Zuletzt forderten die Stadtpolitiker im Südosten, den Bahnhof Eller-Mitte in die Modernisierungsoffensive von Land, Bund und Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) aufzunehmen - allerdings ohne Erfolg. Bemängelt wird nicht nur, dass der Bahnhof schmutzig und an vielen Stellen mit Graffiti verschmiert ist. Er hat auch keinen barrierefreien Zugang, also etwa einen Aufzug.

Wegen Dreck und Graffiti hat der Bahnhof Eller-Mitte vom VRR schlechte Noten bekommen. Kameraüberwachung gibt es hier nicht. FOTO: Helene Pawlitzki

Der Bahnhof Eller-Süd war zuletzt im April in den Schlagzeilen, als vor dem Amtsgericht gegen einen Mann verhandelt wurde, der bei einem Streit an der S-Bahn einem anderen Mann mit einem Kinderfahrrad die Nase brach.

Im Stationsranking des VRR sind - gegen den Trend im Gebiet des Verkehrsverbunds - die Stationen Süd und Mitte von 2015 auf 2016 abgerutscht: Mitte von gelb auf rot, Süd von grün auf gelb. Die Station Düsseldorf-Eller hat seit 2014 konstant eine gelbe Bewertung. Vergeben werden die Wertungen in Form von Ampelfarben. Für das Ranking schickt der VRR Juroren mehrfach an die Bahnhöfe. Sie bewerten beispielsweise, ob der Bahnhof sauber, frei von Graffiti und mit funktionsfähigen Anzeigetafeln oder Aufzügen ausgestattet sind.

Sicherheitsaspekte wie Kameras oder Beleuchtung flössen nicht ins Ranking ein, sagt Dino Niemann, Sprecher des VRR. Er sieht aber durchaus einen Zusammenhang zwischen Sauberkeit und Funktionalität eines Bahnhofs und dem Sicherheitsgefühl der Fahrgäste: "Verunreinigungen weisen meist darauf hin, dass an einem Bahnhof nicht viel los ist und die soziale Kontrolle fehlt." Das gebe Fahrgästen unter Umständen das Gefühl, nicht sicher zu sein.

Quelle: RP
 
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