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Düsseldorf
Säure-Unfall in verlassener Muskator-Fabrik

Düsseldorf: Chemie-Unfall in verlassener Muskator-Fabrik
Rund 50 Feuerwehrleute waren den ganzen Tag im Hafen im Einsatz, um die Säure in der alten Muskatorfabrik zu entsorgen. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Am Dienstag waren mehr als zehn Stunden lang Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Umweltamts in der seit rund zwei Jahren leerstehenden Tierfutterfabrik Muskator im Einsatz. Von Stefani Geilhausen

Unbekannte waren auf das Gelände an der Weizenmühlenstraße eingedrungen, hatten in einer Halle offenbar zwei mit der Aufschrift "Gefahrgut" gekennzeichnete und gefüllte 1000-Liter-Container beschädigt. Per Handy war die Feuerwehr am Vormittag von dort arbeitenden Künstlern alarmiert worden und gleich mit einem Großaufgebot angerückt. In der Halle waren da bereits rund 200 Liter Säure aus einem der beiden Großcontainer ausgelaufen.

Das Landesumweltamt identifizierte den Gefahrstoff mit dem Massenspektrometer als Propionsäure, die unter anderem zur Herstellung von Konservierungsmitteln verwendet wird. Der Stoff kann für den Menschen gefährlich sein. Aufenthalt im Gefahrenbereich ist nur mit voller Schutzkleidung und Atemschutzgerät erlaubt. Zudem besteht bei einer unzulässigen Erwärmung eine Entzündungsgefahr.

Die stark ätzende Säure ist von der Feuerwehr in einem mehr als zehnstündigen Einsatz gebunden worden und wird nun von einer Fachfirma entsorgt. 

Das Großaufgebot mit rund 50 Beamten und freiwilligen Feuerwehrleuten war nötig, weil derartige Einsätze sehr aufwendig sind. Die Feuerwehrleute können die chemikaliendichten Vollschutzanzüge nicht allein an- und erst recht nicht wieder ausziehen. Denn nach dem Einsatz müssen die zuerst auf einem eigens eingerichteten Dekontaminierungsplatz gereinigt werden, bevor der Feuerwehrmann aussteigen kann. Und das passiert nicht erst zum Feierabend - weil die Arbeit in diesen Anzügen enorm anstrengend ist, sind mehrfache Wechsel nötig.

Die eigentliche Arbeit bestand darin, die ausgelaufene Säure mit Spezial-Bindemittel aufzunehmen. Das Gemisch wird von einer Fachfirma entsorgt, die das Umweltamt beauftragen wird - nachdem die Chemikalie identifiziert ist. Weil der angebohrte Container, dessen Herkunft die Polizei ermitteln muss, so stark beschädigt war, dass er nicht abgedichtet werden konnte, musste die Feuerwehr ihn leerpumpen.

Offensichtlich zieht auch die leerstehende Muskator-Fabrik kriminelle Eindringlinge an - so wie die Papierfabrik in Sichtweite, in der während des Feuerwehreinsatzes der seit Donnerstag vierte Brand ausbrach. Dort zumindest ist der Abriss zumindest in Sicht.

Quelle: RP
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