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Düsseldorf
Düsseldorf, die "Stadt der Gesundheit"

So wächst Düsseldorf
So wächst Düsseldorf FOTO: Werner Gabriel
Düsseldorf. Mit einer Milliarde Euro Umsatz und rund 90.000 Mitarbeitern ist die Gesundheitsbranche eine wichtige Säule der Wirtschaft. Mit dem Netzwerk "Forum Gesundheitswirtschaft" soll der Standort vermarktet und weiterentwickelt werden. Von Semiha Ünlü

Für viele Düsseldorfer ist es so etwas wie eine Selbstverständlichkeit, dass sie binnen weniger Minuten die nächste Apotheke, einen Arzt oder auch eines der 15 Krankenhäuser in der Stadt erreichen können. Doch die Infrastruktur, Vielfalt und auch Qualität im Gesundheitsbereich sollte als besonderer und wichtiger Standortvorteil erkannt und beworben, der Standort weiterentwickelt werden: Das meinen rund 200 Unternehmen, Einrichtungen und Einzelpersonen aus der Branche, darunter Ärzte, Optiker, Krankenkassen und Krankenhäuser. Sie haben sich deshalb zum Verein "Forum Gesundheitswirtschaft" zusammengeschlossen und wollen nun die "Gesundheitsstadt" vermarkten und den Nutzen der Einzelbranche in der Öffentlichkeit verdeutlichen.

"Düsseldorf hat alles, was man braucht, um das Attribut ,Stadt der Gesundheit'" zu führen", sagte der Schirmherr des Forums, OB Dirk Elbers, beim ersten Treffen der Mitglieder im Rathaus. Mit 2000 Firmen, einem Jahresumsatz von einer Milliarde Euro und 90 000 Arbeitsplätzen habe Düsseldorf eine "herausragende" Position. Dass sich die "Akteure" aus der Gesundheitswirtschaft zusammengeschlossen haben, um die Gesundheitsstadt zu vermarkten und auch weiterentwickeln, sei daher eine "wegweisende Entscheidung".

Zensus: Düsseldorf in Zahlen FOTO: Düsseldorf Marketing & Tourismus

Der demografische Wandel steigere die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Gesundheitsleistungen, sagte Matthias Wokittel, Kaufmännischer Direktor der Universitätsklinik und Vorsitzender des Vereins. Und Düsseldorf könne diese Versorgung bieten, habe zum Beispiel eine besondere Kompetenz in der Behandlung und Erforschung von Krebs. So gibt es an der Universitätsklinik ein Spitzenforschungszentrum für Krebs – bundesweit gibt es nur zwölf weitere. Auch bei der Behandlung von Brustkrebs oder Diabetes könnten sich Düsseldorfer Experten ohne Weiteres mit anderen messen. Diese Kompetenz in der Öffentlichkeit deutlich zu machen, sei ein Ziel des Vereins.

Die Industrie- und Handelskammer unterstützt die Arbeit des neuen Vereins, als Mitglied, aber auch durch die Übernahme der Geschäftsführung. Die Gesundheitswirtschaft sei ein wichtiges "Zugpferd" und habe eine große, wichtige und auch überregionale Ausstrahlung auf andere Bereiche – zum Beispiel auf die Hotellerie, Gastronomie, auf Einzelhandel und Verkehrsunternehmen, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Udo Siepmann. Wenn zum Beispiel 132 000 Besucher zur Medica-Messe kämen oder "Gesundheits-Touristen" aus anderen Städten und Ländern gezielt nach Düsseldorf reisten, um hier behandelt zu werden, würde die ganze Stadt davon profitieren.

Udo Siepmann hofft, dass der Verein auch dabei helfen wird, "die ganze Breite der Branche ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken". Denn unter dem Schlagwort "Gesundheit" fallen schließlich nicht nur Ärzte, Apotheken und Krankenhäuser, sondern auch – nur um einige zu nennen – Sanitätshäuser, Optiker, Reha-Anbieter, Ernährungsberater, Wellness-Anbieter, Medizin-Forschung und die Hersteller von medizinisch-technischen Produkten.

Durch den Austausch der Menschen, die in der Gesundheitsbranche tätig sind, könnten nun Strategien für die zukünftige Ausrichtung der "Gesundheitsstadt" diskutiert und entwickelt werden. "Damit innovative Angebote für die Menschen in unserer Stadt entwickelt und umgesetzt werden, brauchen wir dieses Netzwerk", sagte Andreas Meyer-Falcke, Beigeordneter für Gesundheit. Medizintechnische Unternehmen in Düsseldorf anzusiedeln, sei in diesem Zusammenhang eine gute Idee, meinte Wokittel, denn in diesem Bereich gebe es in der Stadt noch Bedarf.

Um als "Gesundheitsstadt" für sich zu werben, sei der Zusammenschluss der unterschiedlichen Unternehmen und Einzelpersonen wichtig, sagte Siepmann. Er hofft, dass das Forum als "vitales Sprachrohr" in Politik und Wirtschaft fungieren wird.

Wie ein Logo für die "Gesundheitsstadt" Düsseldorf aussehen könnte, zeigte Meyer-Falcke: In Anlehnung an die umstrittene "lächelnde D-Kampagne" der Stadt sieht das dann so aus: GESUN:DÜSSELDORF.

Quelle: RP
 
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