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Festakt in Düsseldorf
Eine neue Tora-Rolle für die jüdische Gemeinde

Fertigstellung der neuen Tora-Rolle
Fertigstellung der neuen Tora-Rolle FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf . Mit einem Festakt wurde am Sonntag die Fertigstellung der neuen Tora-Rolle der bucharischen Juden gefeiert. Ein Jahr Arbeit, 304.805 handgeschriebene hebräische Buchstaben und rund 30.000 Euro stecken in der Rolle, die feierlich in der Synagoge an der Zietenstraße eingeweiht wurde. Von Julia Chladek

Eine Tora-Rolle enthält die fünf Bücher Mose, die grundlegenden Schriften des Judentums, und ist daher einer der wichtigsten heiligen Gegenstände. Zwar stehen im Tora-Schrein der jüdischen Gemeinde schon einige Tora-Rollen, jedoch wird je nach Anlass mehrmals in einem Gottesdienst aus der Tora gesungen. "Fällt der Sabbat auf den ersten Tag des Monats und kommt dann noch ein Feiertag hinzu, kann es sogar sein, dass wir drei verschiedene Tora-Rollen benötigen", erklärt Kantor Amnon Seelig. Zudem gebe es zwischen den verschiedenen Strömungen des Judentums auch bei den Erscheinungsformen der Tora-Rolle feine Unterschiede.

Die neue Tora-Rolle kommt dem bucharischen Teil der Gemeinde zugute. Die bucharischen Juden stammen vor allem aus der ehemaligen Sowjetunion und sprechen einen persischen Dialekt, der ebenfalls mit hebräischen Buchstaben geschrieben wird.

Der Wiener Rabbiner Mosche Israelov (rechts) schreibt gemeinsam mit dem Düsseldorfer Rabbiner Chaim Barkahn bei der Einweihung der neuen Tora-Rolle Buchstaben in die Rolle. FOTO: dpa, wok tmk

Gespendet hat die Tora-Rolle Igor Israelov, der ein familiäres Ereignis zum Anlass nahm, diese für ihn religiöse Pflicht zu erfüllen. "Es gehört zu den 613 Geboten des Judentums, dass jeder Jude einmal in seinem Leben eine Tora-Rolle selbst geschrieben haben soll. Da dies jedoch sehr schwierig ist und von einem eigens ausgebildeten Schreiber, dem Sofer, durchgeführt wird, füge ich in der Zeremonie nur noch die letzten Buchstaben an den Text und vollende die Tora-Rolle damit", erklärt Israelov.

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