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Düsseldorf
Düsseldorf erwartet Super-Messejahr

Düsseldorf. 2015 hat die Messe durch den Verkauf der Beteiligung in Brünn den Gewinn außerordentlich um 22 Millionen Euro gesteigert. Sie schüttet 6,5 Millionen Euro aus. Nach einem schwachen Messejahr folgen jetzt viele große Leitmessen. Von Thorsten Breitkopf

Das turnusgemäß schwache Messejahr hat die Messe Düsseldorf über den Erwartungen abgeschlossen. Das öffentliche Unternehmen verbucht einen Gewinn von 26 Millionen Euro. Allerdings sind 22 Millionen Euro davon außerordentlich durch den Verkauf der Messe in Brünn in die Düsseldorfer Kassen geflossen, zum Teil durch den Kaufpreis, zum Teil durch die Rückzahlung von Darlehen.

Bei der Sparkasse gibt es derzeit einen Streit mit Oberbürgermeister Thomas Geisel um die teilweise Ausschüttung eines außerordentlichen Gewinns aus dem Verkauf einer Beteiligung. "Es sieht nicht so aus, als würde es aus dem Brünn-Verkauf eine Sonderausschüttung geben", sagte Düsseldorfs Messechef Werner M. Dornscheidt gestern bei einem Gespräch mit unserer Redaktion. Den Verkauf der Messe Brünn begründet Dornscheidt mit dem relativen Bedeutungsverlust des Standorts. Die Umsätze dort seien in den vergangenen Jahren um die Hälfte auf zuletzt 32 Millionen Euro gesunken. Insgesamt setzte der Konzern 300 Millionen Euro um, im messestarken Vorjahr waren es 412 Millionen.

Unter dem Strich bleibt ein operativer Gewinn von vier Millionen Euro, anfangs war mit einem Verlust gerechnet worden. Wie mit den Eigentümern vereinbart, wird die Messe für 2015 6,5 Millionen Euro ausschütten, also über 50 Prozent mehr, als sie operativ verdient hat. Dornscheidt hält das angesichts der stark schwankenden Messejahre für vertretbar. Auch in Jahren mit hohen Gewinnen würde dann nicht mehr ausgeschüttet. Von dem Messegewinn erhält die Stadt knapp 3,7 Millionen Euro, die städtische IDR und das Land je 1,3 Millionen und die IHK sowie die Handwerkskammer jeweils rund 114.000 Euro.

Auf dem Messegelände stehen in den kommenden Jahren umfangreiche und kostspielige Renovierungsmaßnahmen statt. Die Halle 17 soll komplett abgerissen und neu gebaut werden. Die Hallen 1 und 2 werden stark renoviert. Es ist der Bau eines Parkplatzes unter einer Halle geplant. Der Abriss soll nach der Interpack 2017 beginnen und vor der Drupa 2019 vollendet sein, auch eine Modernisierung des Congress-Centers CCD ist vorgesehen. "Für Baumaßnahmen haben wir uns die Aufnahme von Krediten in Höhe von 135 Millionen Euro genehmigen lassen", sagt Finanz-Geschäftsführer Bernhard Stempfle. Er und Dornscheidt geben sich aber zuversichtlich, diese genehmigten Kredite nicht in voller Höhe auszuschöpfen, sondern auch Eigenmittel einbringen zu können. Durch ein Forwarddarlehen wurde das niedrige Zinsniveau gesichert. Bis 2030 sollen 636 Millionen Euro in die Modernisierung des Geländes fließen.

2016 wird ein sehr starkes Messejahr. Geprägt ist es von der Drupa, der weltgrößten Druckmesse, im Mai sowie der Kunststoffmesse K, die im Oktober stattfindet und ebenfalls eine Weltleitmesse ist. Neben der jährlichen Medica sind diese Veranstaltungen die wichtigsten für die Messe Düsseldorf. "Es passt kein Blatt mehr ins Gelände in diesem Jahr", sagt Dornscheidt angesichts der vielen Leitmessen 2016.

Gestern machte die Werbemittelmesse PSI mit ihrer Eröffnung den Auftakt im Düsseldorfer Messejahr.

Quelle: RP
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