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Düsseldorf
"Düsseldorf erweist sich als ein Ort der Vielfalt"

Düsseldorf. Protestanten gedenken der Reformation.

Den Freiheitsbegriff der Reformation und seine Folgen für die Moderne stellte Pfarrer Martin Fricke in den Mittelpunkt seiner Predigt in der Johanneskirche. Dort fand am Samstagabend der zentrale Gottesdienst der Protestanten zum alljährlichen Gedenktag statt. Fricke, der das Thema Bildung im Kirchenkreis verantwortet, vertrat die erkrankte Superintendentin Henrike Tetz.

Reformatoren wie Jan Hus und Martin Luther hätten die Freiheit groß gemacht, lautete die zentrale These Frickes. "Nur - welche Freiheit ist gemeint? Was ist mit den negativen Seiten des modernen Selbstbewusstseins: dem Missbrauch von Freiheit, einem Egoismus, der in Selbstsucht und Hass gegenüber allem Fremden umschlägt?", fragte der Theologe. Eine befriedigende Antwort könne es ohne Einbeziehung des Schöpfers und seines Sohnes nicht geben. Schon Luther fordere die Abkehr von der Idee, nur aus eigener Kraft die Welt verbessern zu können. "Das ganze Leben der Gläubigen soll Buße sein." Der Pfarrer würdigte das "überwältigende Engagement" der Stadtgesellschaft "für eine menschenwürdige Versorgung und Unterstützung der Menschen, die in äußerster Not zu uns fliehen." Er sei dankbar, dass sich "unsere Stadt - gegen einige verbohrte Pegida- und Dügida-Schreihälse - im Ganzen als Ort der Vielfalt und der Menschlichkeit erweist".

Zu den Gästen zählte auch der neue katholische Stadtdechant Ulrich Hennes. Er feierte mit und hielt eine der Fürbitten. Musikalisch gestalteten Solisten, Instrumentalisten und die Johanneskantorei unter Leitung von Wolfgang Abendroth den Abendgottesdienst. Die Kollekte am Ausgang erbrachte 1266 Euro. Sie ist für ein Projekt zur Armutsbekämpfung in Litauen bestimmt.

(jj)
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