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Düsseldorf
Oben Abschied, unten Anfang

Düsseldorfer feiern neue Wehrhahn-Linie
Düsseldorfer feiern neue Wehrhahn-Linie FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. Zum Start der U-Bahn feierten Stadt und Rheinbahn ein Bürgerfest und ließen alte Bahnen die letzten oberirdischen Runden drehen. Von Katharina Pavlustyk und Andreas Bretz (Fotos)

Schon gegen Mittag, kurz nach der offiziellen Eröffnung des 3,4 Kilometer langen U-Bahn-Tunnels, ist der Schadowplatz gut besucht. Viele sind extra wegen des Bürgerfestes gekommen. So auch Manuela Brüssel und Elke Rothe sowie drei Freunde der beiden Düsseldorferinnen, die vor der Bühne nahe der Haltestelle Jan-Wellem-Platz mit Sekt anstoßen. Am Ende werden es nach Angaben der Stadt rund 30.000 Besucher gewesen sein.

Nur wenige Meter von den Freundinnen entfernt steigen Kinder in eine Mini-Straßenbahn ein, in der sie Schaffner spielen dürfen. Jamiro (6), einer der Glücklichen, die das Fahrzeug sogar mit Knöpfen und Kurbel in Bewegung setzen, strahlt übers ganze Gesicht. "Er eifert dem Papa nach", sagt seine Mutter Julia Zaude mit Blick auf ihren Mann Oliver. Der fährt hobbymäßig Straßenbahn, ist Mitglied in einem Verein, der einen alten elektrischen Doppeltriebwagen der ehemaligen Köln-Bonner Eisenbahnen aus 1956 wieder betriebsfähig herrichten möchte. Der Termin in Düsseldorf ist für den Neusser deswegen so etwas wie eine schöne Pflicht.

Heike Stutz und ihrer Mutter Karin sind mit einer Bahn aus den 1950er Jahren noch einmal oberirdisch unterwegs. FOTO: Bretz, Andreas (abr)

Während die Kinder spielen oder sich zum U-Dax schminken lassen, schauen sich die Erwachsenen die sechs neuen U-Bahnhöfe an, fotografieren deren kunstvolle Gestaltung. Barbara Missler und Andreas Bischoff sind aus Duisburg angereist, um sich im neuen U-Bahnhof Schadowstraße das Kunstwerk von Ursula Damm anzusehen, das auf einer Videoleinwand Bewegungen von der Oberfläche wiedergibt.

Die Düsseldorfer nutzen an diesem Samstag die kostenlosen Pendelfahrten ober- wie unterirdisch. Viele steigen in die historischen Straßenbahnen, um so Abschied von den nun wegfallenden oberirdischen Strecken zu nehmen. Heike Stutz ist mit ihrer Mutter Karin in Flingern unterwegs, auf dem Rückweg nach Hause fahren die zwei in einem Großraumgelenkwagen aus den 1950er Jahren. In einem solchen Schätzchen zu sitzen - für Heike Stutz ist es nicht das erste Mal: "Ich bin damit aufgewachsen", sagt die Düsseldorferin. "Es wackelt etwas mehr und der Einstieg ist höher als bei den neuen Straßenbahnen."

Barbara Missler und Andreas Bischoff besichtigen das Kunstwerk im U-Bahnhof an der Schadowstraße. FOTO: Bretz, Andreas (abr)

Auch eher zufällig sind zwei weitere Passagiere, die ihre Namen lieber nicht nennen wollten, in einer der historischen Bahnen "gelandet". Sie ist seit 25 Jahren Straßenbahnfahrerin bei der Rheinbahn und will sich zusammen mit ihrem Freund den neuen U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee anschauen. Den beiden macht der immer wieder einsetzende Regen nichts aus. Die Neugier überwiegt. Und das meiste ist ohnehin unter der Erde.

Quelle: RP
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