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Großbrand in Düsseldorf
Feuer in der Ulmer Höh gelöscht

Feuer auf der Ulmer Höh' in Düsseldorf
Feuer auf der Ulmer Höh' in Düsseldorf FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Ein Großbrand hat die Kapelle des leerstehenden Gefängnisareals in Derendorf schwer beschädigt. Von Stefani Geilhausen

Gegen 2 Uhr am Samstagmorgen meldete der Löschtrupp "Feuer aus". Mehr als sechs Stunden hatten Flammen und Glut in der mehr als 100 Jahre alten Gefängniskapelle gewütet. Rund 150 Feuerwehrleute waren auf dem seit 2012 leerstehenden Areal der Ulmer Höh im Einsatz.

Der Dachstuhl der Kapelle war aus ungeklärte Ursache gegen 19.30 Uhr in Brand geraten. In mühsamer Handarbeit mussten die Feuerwehrmänner von sechs Drehleitern aus die Dachpfannen entfernen, um an den Brandherd vordringen zu können. Ein Feuerwehrmann wurde bei dem Einsatz verletzt und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Feuerwehr spricht von einem aufwendigen Einsatz, der nicht nur hohe logistische Anforderungen stellte - mehrere hundert Meter Schlauchleitungen mussten verlegt werden, verbrauchte Atemschutzgeräte ständig ersetzt werden. Auch der Zugang in das gut gesicherte Gefängnisareal war schwierig, einige Türen mussten mit Gewalt geöffnet werden.

Während des Großeinsatz sorgten die freiwilligen Feuerwehren dafür, dass alle Feuerwachen einsatzbereit blieben.

Bürgerinitiative wollte Wohnprojekt errichten

Durch Feuer und Löschwasser wurde die Bausubstanz "erheblich beschädigt", berichtete die Feuerwehr. Die Kapelle steht unter Denkmalschutz. Im Rahmen der Entwicklung des Gefängnisareals hatte eine Bürgerinitiative Interesse an ihr angemeldet, wollte dort ein Wohnprojekt errichten. Ob es dazu noch kommen wird, müssen Prüfungen der Statiker ergeben.

Das Areal gehört dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes, der erst vergangene Woche mitteilen ließ, man wolle sich um einen zügigen Abriss der Gefängnisgebäude bemühen,. Neben der Bauaufsicht ist auch die Kriminalpolizei im Einsatz. Sie hatte bereits in der Nacht Ermittlungen aufgenommen, Wachleute von der benachbarten Flüchtlingsunterkunft hatten bei Eintreffen der Feuerwehr einige Jugendliche in unmittelbarer Nähe des Gebäudes gesehen.

Vandalismus und Brandstiftung in der Ulmer Höh

In den vergangenen Monaten war es in der Ulmer Höh immer wieder zu Vandalismus und auch zu Brandstiftungen gekommen. Erst am Vortag war die Feuerwehr zuletzt alarmiert worden.

Während des Feuerwehreinsatzes war die Ulmenstraße zwischen Saarbrücker und Tannenstraße voll gesperrt, der Straßenbahnverkehr dort ebenfalls blockiert. Für die Flüchtlinge, die neben dem Gefängnisgelände in Zelten untergebracht sind, und die Bewohner eines benachbarten Altenheims bestand keine Gefahr: Der Brandrauch wurde vom Wind in die entgegengesetzte Richtung getrieben.

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