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Düsseldorf
Feuerwehr gibt Tipps für die Weihnachtszeit

Düsseldorf - Feuerwehr gibt Tipps für die Weihnachtszeit
Seit Jahren geübt: Feuerwehrsprecher Tobias Schülpen setzt routiniert einen Adventskranz in Brand. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Die Brandexperten mahnen zur Vorsicht. Dem Feuerwehrchef ist dieser Aufruf wichtig. Von Tim Harpers

Der Auftritt von Tobias Schülpen wirkt routiniert. Der Sprecher der Feuerwehr steht vor einer schicken Fotowand im Hof der Feuerwache an der Hüttenstraße und hält den alljährlichen Vortrag zur Vorbeugung von Bränden in der Vorweihnachtszeit. Auf dem Tisch vor ihm liegen drei Adventskränze, zwei echte und einer aus Plastik.

Anschaulich soll es sein, sagt er und lächelt. Dann hält er eine kleine Flamme an den Plastikadventskranz, der kurz darauf lichterloh in Flammen steht. Die Show ist einstudiert, und was Schülpen vorführen würde, ist den meisten Gästen schon vorher klar gewesen. Schließlich lädt die Feuerwehr schon seit so vielen Jahren zu dieser Vorführung ein, dass Feuerwehrchef Peter Albers in seiner Begrüßung von einer "traditionellen Veranstaltung" spricht.

"Traditionell und trotzdem aktuell", sagt Albers. Für einen Kampf gegen Windmühlen hält er den alljährlichen Aufruf der Feuerwehr zur Besonnenheit aber nicht - im Gegenteil: Der Termin hat seiner Meinung nach jedes Jahr aufs Neue seine Berechtigung. Niemand sei davor gefeit, durch Unachtsamkeit einen Brand auszulösen, sagt er. Egal wie oft man das wiederhole. "Deshalb machen wir diese Veranstaltung auch immer wieder gerne."

Im vergangenen Jahr mussten die Brandbekämpfer 41 Mal zu Einsätzen ausrücken, die nachweislich mit Kerzen oder Feuerwerkskörpern in Verbindung standen. Grund dafür war in vielen Fällen der sorglose Umgang mit Kerzen. Deshalb rät die Düsseldorfer Feuerwehr bei Baum- und Kranzkauf zu möglichst frischem Holz. "Das entzündet sich nicht so leicht", sagt Schülpen. "Außerdem sollte man darauf achten, dass man das Grün nicht auf einen leicht entzündlichen Untergrund stellt." Für Weihnachtsbäume empfehlen die Einsatzkräfte einen möglichst schweren Baumständer, damit die geliebte Tanne im schlimmsten Fall nur die Zimmerdecke verbrennt, und nicht beim Umfallen auch noch den Rest der Wohnung in Brand setzt. Außerdem sollte nach Möglichkeit immer ein Eimer mit Wasser in der Nähe stehen. Am wichtigsten sei aber, brennende Kerzen nicht für längere Zeit aus den Augen zu lassen.

Entscheidend für ein sicheres Weihnachtserlebnis ist nach Meinung der Spezialisten auch die Standortwahl. "Halten Sie ihre Kerzen möglichst von Gardinen fern", sagt der Feuerwehrsprecher. "Ein kleiner Windstoß bei offenem Fenster und ihr halbes Zimmer steht in Flammen". Im Hinblick auf Festagsessen wie Fondue oder Raclette warnen die Experten davor, das Fett zu überhitzen. Sollte es trotzdem zu einem Feuer kommen: "Niemals Fettbrände mit Wasser löschen", sagt Schülpen. "Dann besteht die Gefahr einer Fettexplosion. Solche Brände müssen erstickt werden."

Nach der Feuershow bleiben im Hof der Feuerwache nur verkohlte Kränze zurück. Zwei Feuerwehrleute packen die schicke Fotowand ein. Wo die denn hinkomme, will einer der Gäste wissen. "Ins Lager", lautet die Antwort - wahrscheinlich bis zum nächsten Jahr.

Quelle: RP
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