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Firmen in Düsseldorf
Mitarbeiter binden mit Verwöhnprogramm

Düsseldorf: Firmen binden Mitarbeiter mit Verwöhnprogramm
Trivago-Mitarbeiter Heidi Elhawary aus Ägypten und Maximilien Hjortland aus Norwegen bei der Arbeitspause. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Viele Düsseldorfer Firmen bieten Mitarbeitern kostenlos Wasser oder Kaffee an, andere noch viel mehr. Das geschieht nicht nur aus Fürsorge - die Unternehmen buhlen so auch um qualifizierte Kräfte. Von Tanja Karrasch

Bei Vodafone gibt es Wasser aus dem Hahn - kostenlos. Das ist ja wohl das Mindeste, mag man denken. Aber natürlich ist nicht stinknormales Kraneberger gemeint. Sondern gefiltertes aus einem System, das Leitungswasser je nach Belieben in stilles, medium oder stark sprudelndes Wasser verwandelt. Auch frischgemahlenen Kaffee können sich die Angestellten an Vollautomaten ziehen.

Bei Stepstone greifen die Mitarbeiter täglich in die Obstschale. Und darin liegen nicht nur schnöde Äpfel, sondern zusätzlich auch saisonales Obst. Im Sommer etwa Blaubeeren, Erdbeeren, Ananas, Pfirsiche. "Und klar, Wasser, Kaffee oder Cappuccino haben wir auch", sagt Sprecherin Inga Rottländer. Wenn die Online-Jobbörse Ende Oktober umzieht, wird es noch besser: Ab dann wird ein Barista an einer Kaffeebar den ganzen Tag kostenfrei frische Kaffeespezialitäten zubereiten. Latte Macchiato, Espresso, Cappuccino - was das Herz begehrt.

Gesunde Rezepte fürs Büro FOTO: Shutterstock.com/Africa Studio

Softdrinks, Milchkaffee, Sandwiches - alles umsonst

Die 1300 Trivago-Mitarbeiter am Bennigsen Platz kommen aus 50 Ländern. Das spiegelt sich auch in der internationalen Auswahl des Feierabendbiers wider. Zwei Küchen gibt es auf jeder Etage, mal im Landhaus-Stil, mal modern, mal Starbucks-Atmosphäre, manche mit Kicker. Softdrinks, Milchkaffee, Sandwiches, Salate, Obst und Müsli werden hier geboten. Alles umsonst.

Das ist alles nicht selbstverständlich, aber immer mehr Arbeitgeber bieten ihrer Belegschaft Verpflegung an. Stefan Süß ist Inhaber des BWL-Lehrstuhls an der Heinrich-Heine-Universität und forscht zum Thema Arbeitgeberattraktivität. Der Fach- und Führungskräftemangel in einigen Bereichen habe dazu geführt, dass es für Unternehmen zunehmend wichtig sei, für Mitarbeiter attraktiv zu sein, um sich von der Konkurrenz abzugrenzen, sagt Süß. Wasser, Kaffee oder Müsli sind eine Möglichkeit dafür. Ein Obstkorb allein sei zwar kein Argument, sich für einen Job zu entscheiden, sondern eher "das i-Tüpfelchen einer Stelle, aber es gewinnt zunehmend an Bedeutung", sagt der Professor. "Und die, die es nicht haben, fallen irgendwann negativ auf." In jungen Unternehmen sei ein Verpflegungsangebot häufig selbstverständlich, mittlerweile zögen auch größere und ältere Unternehmen nach.

Zufriedene Mitarbeiter sind leistungsstärker

Ein weiteres Argument spricht dafür: "Diese Faktoren können die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigern. Dann sind sie leistungsstärker, fühlen sich stärker an das Unternehmen gebunden", erklärt Süß. Solche "soften Faktoren" könnten langfristig sogar stärker motivieren als etwa eine gute Bezahlung. "Gehalt stellt eine punktuelle Motivation dar, es setzt aber schnell ein Gewöhnungseffekt ein. Bei den soften Faktoren können Unternehmen sich flexibel an die Bedürfnisse der Mitarbeiter anpassen und sie so längerfristig anspornen."

Der Telefonie-Anbieter Sipgate im Medienhafen und das IT-Unternehmen Peakwork in Heerdt gehen noch einen Schritt weiter: Beide Unternehmen bieten kostenlos Frühstück und Mittagessen an. Der erste Gang führt die Mitarbeiter bei Peakwork morgens in die Kantine, wo es Brötchen, Müsli und je nach Tagesangebot auch Rührei oder Pancakes gibt. Das gemeinsame Frühstück soll nicht nur den Start in den Arbeitstag erleichtern, sondern auch das Betriebsklima und die Gesundheit der Angestellten fördern. Es sei immer schwerer, gute Entwickler zu finden, sagt Personalleiterin Jacqueline Steffens. "Deshalb wollen wir einen Arbeitsplatz schaffen, wo alle gerne hingehen und sich wohlfühlen. Dazu gehören auch ein Kicker, eine Playstation und eine Dartscheibe - für kreative Pausen.

Quelle: RP
 
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