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Düsseldorf
Flinger Straße: Handel ist im Wandel

Düsseldorf: Flinger Straße: Handel ist im Wandel
Am Eingangstor zur Altstadt an der Neustraße, die dann in die Flinger Straße übergeht, hat jetzt in dem markanten Eckhaus Scotch & Soda aus Amsterdam einen Laden eröffnet. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Anders als der Schadowstraße oder Teilen der Kö ist der dritten wichtigen Einkaufsstraße Düsseldorfs eine mehrjährige Riesenbaustelle erspart geblieben. In den vergangenen Wochen gab es viele Neueröffnungen und Umzüge. Von Thorsten Breitkopf und Dagmar Haas-Pilwat

Düsseldorf hat traditionell drei große Einkaufsbereiche in der Innenstadt. Da ist natürlich die Königsallee, dem Namen entsprechend die Königin unter den Shopping-Orten der Stadt. Sie steht eindeutig für Luxus. Das ändert sich auch nicht dadurch, dass kürzlich unter großer medialer Aufmerksamkeit der Discounter Aldi Süd eine Niederlassung im südlichen Bereich der Königsallee eröffnet hat. Auch wenn einige traditionelle Geschäfte wie Eickhoff verschwunden sind, steht die Kö für teure Mode, große Marken und Schmuck. Die Schadowstraße steht - ungeachtet der gefühlt ewigen Baustelle - für ein breites Angebot: Karstadt, Primark, Fielmann, Schuhketten jeder Art.

Die Flinger Straße beherbergt dagegen "Junge Mode", und das seit Jahrzehnten. Doch da das, was hip ist, alle paar Jahre wechselt, ist auch die Fluktuation der Läden an der Flinger Straße deutlich größer als an anderen Standorten. Öffnungen, Schließungen und Umzüge sind an der Flinger Straße häufig.

Am Eingangstor zur Altstadt an der Neustraße, die dann in die Flinger Straße übergeht, hat jetzt in dem markanten Eckhaus Scotch & Soda aus Amsterdam sein mit 240 Quadratmetern Einkaufsfläche größtes Geschäft in Deutschland eröffnet. Jedes Detail in diesem Gebäude vom Fliesenboden bis zur Treppe, die in den zweiten Stock führt, bis zu den Lampen und Teppichen wurde eigens für das Düsseldorfer Haus angefertigt. "Da ist nichts von der Stange", sagt Sascha Diesselhorst, der den Laden und sein 20-köpfiges Team führt. Bei Scotch & Soda tragen die Verkäufer übrigens den Titel Stylist. Die internationale Modemarke ist vor allem bekannt für ihre trendige Herrenmode. Inzwischen gibt es unter einem Dach auch eine Damen- und eine Kinderkollektion.

Vormieter Timberland ist von seinem angestammten Platz direkt gegenüber dem Carschhaus in die kleineren Räume des früheren Xenos (Wohn- und Geschenkeartikel) an der Mittelstraße gezogen.

Neu auf der Mittelstraße 15 ist Floris van Bommel - genau zwischen Kö und Carlsplatz -, dort war vorher ein Apple-Händler zuhause. Die Schuhmacher-Familie aus den Niederlanden betreibt ihr Geschäft seit 280 Jahren und hat unter anderem die königlichen Sandaletten für die spätere niederländische Königin Juliana anlässlich ihrer Verlobung 1936 mit Prinz Bernhard angefertigt. Heute tragen Philipp Lahm, Fußballspieler beim FC Bayern München, oder Schauspieler Daniel Brühl die Schuhe aus Holland. "Düsseldorf ist eine großartige Einkaufsstadt. Als sich die Gelegenheit bot, in dieser Lage der Mittelstrasse zuzugreifen, haben wir keine Minute gezögert. Für uns hat Düsseldorf immer eine wichtige Rolle gespielt, weil es die Heimatstadt der GDS, der wichtigsten Schuhmesse Europas, ist", sagte Floris van Bommel bei der Eröffnung.

Von der Grabenstraße 7, wo jetzt Vorwerk mit seinen Staubsaugern und dem Thermomix zu finden, ist die Modekette Prego um die Ecke an die Kasernenstraße 1 gezogen. Dort war bislang Mavi Jeans. Und das Modelabel Only, eine jugendliche Trend-Marke, hat an der Flinger Straße 30 auf 600 Quadratmetern und zwei Etagen seinen größten Laden in NRW eröffnet.

Dass die Flingerstraße und die anderen Gassen der Altstadt noch immer ein Top-Einzelhandelsstandort sind, zeigen diverse Untersuchungen. In einer Studie der Maklerfirma JLL landete die Flinger Straße jüngst unter den 25 wichtigsten Einkaufsstraßen Deutschlands. Eine Passantenfrequenzzählung der IHK hatte 2011 ergeben, dass die Flinger Straße, was die Besucherzahlen angeht, noch vor der Königsallee liegt. Samstags waren auf der Flinger Straße 4000 Passanten pro Stunde gezählt worden, auf der Kö waren es 3400 im gleichen Zeitraum.

Quelle: RP
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