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Düsseldorf
Flüchtlinge: Stadt baut weitere Großzelte auf

Düsseldorf: Hier sollen Flüchtlinge untergebracht werden
Düsseldorf: Hier sollen Flüchtlinge untergebracht werden FOTO: dapd, dapd
Düsseldorf. Um die steigende Zahl der vom Land zugewiesenen Flüchtlinge unterbringen zu können, bestellt das Düsseldorfer Rathaus vier weitere Großzelte für insgesamt 600 Menschen. Sie sollen bis Oktober stehen bleiben. Dafür werden dann  zwei winterfeste Tragluftzelte in Betrieb gehen. Von Denisa Richters

Zudem stellt die Heinrich-Heine-Universität bis Mitte Oktober ihre Sporthalle für die Flüchtlingsunterbringung zur Verfügung. Die als Flüchtlingsunterkünfte genutzten Schulturnhallen sollen möglichst zum Ferienende  wieder freigegeben werden. Die Stadt rechnet aktuell damit, monatlich 500 neue Flüchtlinge vom Land zugewiesen zu bekommen, geht aber davon aus, dass es mindestens 200 mehr im Monat werden.

Nachdem sie von der Bauaufsicht geprüft und für geeignet befunden wurden, hat die städtische Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch die neuen Standorte für die Großzelte  bekannt gegeben: Demnach sollen jeweils zwei solche Zelte  am Scheideweg in Wersten und an der Heidelberger Straße in Eller aufgebaut werden und bis Ende Oktober Platz  für insgesamt 600 Flüchtlinge bieten.

Übersicht: So viele Flüchtlinge mussten Städte aufnehmen

Bis Oktober werden zudem zwei winterfeste Traglufthallen mit Platz für jeweils 300 Menschen aufgestellt - jeweils eine an der Sankt-Franziskus-Straße in Mörsenbroich (auf einem Sportplatz gegenüber der Spatenstraße) und an der Koblenzer Straße in Garath auf einer städtischen Brachfläche, wo vor Jahrzehnten schon einmal Flüchtlinge untergebracht waren. Die Tragluftzelte sollen für ein Jahr stehen bleiben.

"Die Zahlen steigen wöchentlich, teils täglich enorm", sagt Koch. Ging man im Düsseldorfer Rathaus noch zu Beginn der Woche von monatlich 350 zusätzlichen Flüchtlingen aus, rechnet man jetzt mit 500. "Legt man die von Innenminister Jäger verkündeten Landeszahlen zugrunde müssen wir für Düsseldorf sogar von monatlich 700 zusätzlichen Asylsuchenden ausgehen", sagt Koch.

In Zahlen: Flüchtlinge pro Stadt

Deshalb freue sie sich sehr, dass auch Angebote für die Unterbringungen kommen – etwa von der Heinrich-Heine-Universität, die bis Mitte Oktober ihre Sporthallen am früheren Sportinstitut  zur Verfügung stellt. "Weil wir es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sehen, Menschen in Not zu helfen, kommt die Hochschulleitung diesem Wunsch gerne nach", heißt es in einer Stellungnahme. Bei Koch haben inzwischen auch viele Studenten ihre ehrenamtliche Hilfe für die Flüchtlinge angeboten. 

(rp)
 
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