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Düsseldorf
Flüchtlinge ziehen in Kaserne

Düsseldorf: Flüchtlinge ziehen in Bergische Kaserne
Das zuständige Innenministerium stimmt dem Konzept zu, auf einer Freifläche der Kaserne winterfeste Leichtbauhallen zu errichten. Dort sollen bis zu 1000 Menschen Platz finden. FOTO: RP
Düsseldorf. Bereits Anfang 2016 soll auf einer Freifläche der Bergischen Kaserne die lange geplante Notunterkunft entstehen. Das Land stimmt dem Konzept zu. In winterfesten Leichtbauhallen sollen bis zu 1000 Menschen Platz finden. Von Denisa Richters

Trotz der steigenden Flüchtlingszahlen und der Probleme, die Menschen unterzubringen, gelingt es seit Monaten nicht, auf dem fast leerstehenden Areal der Bergischen Kaserne eine Notunterkunft des Landes einzurichten. Nun ist zumindest auf Landesebene die letzte Hürde genommen: Das zuständige Innenministerium stimmt dem Konzept zu, auf einer Freifläche der Kaserne winterfeste Leichtbauhallen zu errichten. Dort sollen bis zu 1000 Menschen Platz finden.

Fotos: Traglufthalle für Flüchtlinge in Düsseldorf aufgebaut FOTO: dpa, fg jai

Die Bezirksregierung Düsseldorf soll nun mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), der Eigentümerin des Grundstücks, über die detaillierten Mietkonditionen Verhandlungen aufnehmen. William Wolfgramm, Sprecher der Bezirksregierung, bestätigt auf Nachfrage entsprechende Informationen unserer Redaktion. Das Land werde, vertreten durch die Bezirksregierung, die Fläche von der Bima mieten, die Stadt werde das Areal entwickeln. Kurzfristig, also in den nächsten Tagen, soll es einen Termin mit allen Beteiligten - Land, Stadt, Bima und Bundeswehr - geben. "Nach unseren Vorstellungen könnten die Leichtbauhallen Anfang 2016 stehen", sagt Wolfgramm.

Die ursprüngliche Idee, für die Flüchtlingsunterbringung bestehende Kasernengebäude zu nutzen, war wegen zu hoher Kosten verworfen worden. Da ein kleiner Teil des Geländes noch militärisch genutzt wird - durch Musiker und Sanitäter - hätten dafür unter anderem die Versorgungssysteme komplett getrennt werden müssen. Nun sollen die Zelthallen auf einer Freifläche errichtet werden: auf einem Sportplatz und einem benachbarten Parkplatz auf dem Kasernenareal. Gestern hat es ein Gespräch zwischen Regierungspräsidentin Anne Lütkes und Oberbürgermeister Thomas Geisel gegeben. "Ich freue mich, wenn es dort vorangeht", sagte Geisel. Nun seien alle Voraussetzungen geschaffen, und die Stadt werde alles dafür tun, dass der Standort rasch als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden kann. Die Nutzung ist für mindestens ein Jahr vorgesehen. "Uns ist wichtig, dass es vorübergehend ist, damit wir das Areal städteplanerisch entwickeln können", sagt Geisel. Er plant, das komplette, 24 Hektar große Kasernen-Gelände zu kaufen, um dort Wohnbebauung unterschiedlicher Preisklassen zu realisieren. Die Bima hat einem Sprecher zufolge der Stadt eine so genannten Erstzugriffsoption angeboten. Die Verhandlungen laufen aber noch. Jetzt steht erst einmal die neue Flüchtlingsunterkunft an, die Kosten sollen im niedrigen einstelligen Millionenbereich liegen. Eine sechsstellige Summe wird fällig, um den militärischen Bereich mit einem Zaun abzugrenzen. Diese Kosten, so ist zu hören, wird nun doch der Bund übernehmen.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai

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Quelle: RP
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