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Düsseldorf
Forscher wollen Stadtverkehr sicherer machen

Düsseldorf: Forscher wollen Stadtverkehr sicherer machen
Dieser Audi A7 erkennt den ausparkenden Fahrzeug-Dummy selbstständig, bremst vollautomatisch und weicht gleichzeitig aus. FOTO: David Young
Düsseldorf. An der Messe zeigte die Forschungsinitiative UR:BAN unter anderem Autos, die ohne Zutun des Fahrers einem Fußgänger ausweichen. Von Thorsten Breitkopf

Autos mit einem Eigenleben sind manchem eingefleischten Autofahrer suspekt. Doch Fahrzeuge, die intelligent eingreifen, wenn der Fahrer versagt, können dessen Leben und das anderer Verkehrsteilnehmer retten. Wie die nahe Zukunft des Autofahrens in der Stadt aussehen könnte, können geladene Gäste gerade bei der Messe Düsseldorf sehen. Und das ist in Teilen etwas für Beifahrer mit starken Nerven.

An diesen Stellen staut sich häufig der Verkehr FOTO: Andreas Bretz

Beispiel: Ingenieur Klaus Schmiedhofer fährt mit seinem Audi A7 mit 50 Stundenkilometern über eine Straße des Messegeländes. Plötzlich kommt ein (Pappmaché-) Auto rückwärts aus einer Parklücke, nur wenige Meter vor dem fahrenden Audi. Wie von Geisterhand bremst der Wagen und weicht automatisch nach links aus. Ein lautes "Ping" signalisiert dem Fahrer nach dem Ausweichmanöver, dass er nun wieder die Kontrolle über den Wagen hat. "Noch ist das hier ein Prototyp, aber so etwas kann bald schon in Serienautos funktionieren", sagt Ingenieur Klaus Schmiedhofer.

Das Gleiche kann dieser und andere Testwagen übrigens auch, wenn eine Person oder ein Fahrradfahrer auf die Straße läuft. Sensoren erfassen dabei vor dem Ausweichvorgang, ob nicht neben dem Wagen eine Person oder ein anderes Fahrzeug ist. "In dem Fall würde der Computer das Fahrzeug nicht ausweichen lassen, sondern eine Vollbremsung automatisch einleiten", sagt Schmiedhofer. Dieses Teilprojekt läuft unter dem Namen "Kollisionsvermeidung durch Ausweichen und Bremsen", kurz KAB. 50 Testfahrzeuge von Audi, BMW, Volkswagen und Opel sind heute und morgen noch auf dem Messeparkplatz im Einsatz. So werden dort auch Ampelkreuzungen gezeigt, die bei einem nahenden Feuerwehrauto im Einsatz die Ampel so schalten, dass das Fahrzeug die Kreuzung schnell und ungehindert bei Grün passieren kann.

Die acht besten Verkehrs-Apps für Düsseldorf FOTO: Stadt Düsseldorf

Den Verkehr der Zukunft sicherer und effizienter zu gestalten - dies hatten sich die Partner der Forschungsinitiative UR:BAN zum Ziel gesetzt. UR:BAN steht für "Urbaner Raum: Benutzergerechte Assistenzsysteme und Netzmanagement". 31 Partner aus Automobil- und Zulieferindustrie, Elektronik- und Softwarefirmen, Universitäten sowie Forschungsinstitute und Städte entwickelten gemeinsam neue Fahrerassistenz und Verkehrsmanagementsysteme für die Stadt. Düsseldorf ist Partner der Aktion. Die Forschungsinitiative ist mit einem Budget von 80 Millionen Euro ausgestattet. 40 Millionen Euro davon trägt das Bundeswirtschaftsministerium. Damit soll ein erheblicher Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr geleistet werden. Ziel ist es, die Anzahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren und deren Schwere zu verringern, heißt es vom Ministerium.

Zum Ende der vierjährigen Forschungsaktivitäten werden die Ergebnisse im Rahmen der offiziellen Abschlusspräsentation in Düsseldorf vorgestellt. Viele der Ergebnisse sind im Kongresszentrum der Messe zu bestaunen.

Düsseldorfer Verkehrstag FOTO: Bretz, Andreas

Der Themenschwerpunkt "Kognitive Assistenz" präsentiert neuartige Systeme für den typischen Stadtverkehr wie Gegenverkehr bei Engstellen oder Spurwechsel mit kleinen Lücken. Das "Vernetzte Verkehrssystem" präsentiert etwa die Fahrzeugfunktion Ampelassistenz im realen Verkehrsgeschehen. Dabei wird das Fahrzeug teilautomatisiert durch eine Kreuzung geführt oder dem Fahrer werden Empfehlungen für das ideale Überqueren der Kreuzung gegeben.

Quelle: RP
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