| 16.43 Uhr

Hells Angels gegen Bandidos
Gericht bricht Prozess um Schüsse in der Altstadt ab

Düsseldorf: Gericht bricht Prozess um Schüsse in der Altstadt ab
Hells-Angels-Mitglieder sollen mit einem Absperrgitter in der Silvesternacht wuchtig gegen eine Disko-Tür gehämmert haben. FOTO: dpa
Düsseldorf. Eine Fehde zwischen rivalisierenden Rockern der Hells Angels und der Bandidos, die in der Silvesternacht 2015 vor einer Altstadt-Disko sogar in Schüssen gipfelte, bleibt weiter ungeklärt.

Der Prozess am Dienstag gegen fünf mutmaßliche Hells Angels, die sich vor dem Amtsgericht verantworten sollten, ist nach intensiven Rechtsgesprächen hinter verschlossenen Türen kurzerhand abgebrochen worden.

Abgeschlossen ist dagegen, wie erst dabei bekannt wurde, das Strafverfahren gegen den Schützen jener Silvesternacht. Für zwei Schüsse, durch die ein Hells Angel und ein unbeteiligter Passant verletzt worden sind, wurde dem 41-Jährigen Notwehr zugestanden. Nur wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz wurde er zu 2700 Euro Strafe verurteilt.

Hells-Angels-Mitglied und ein Altstadt-Besucher verletzt

Rückblende: In der Silvesternacht 2015 war der Rocker-Streit der rivalisierenden Gruppen vor einer Disko an der Bolkerstraße eskaliert. Mehrere Mitglieder der Hells Angels sollen damals versucht haben, sich mit Hilfe von Absperrgittern, die sie angeblich als eine Art Rammbock einsetzten, gewaltsam Zutritt zum Lokal zu verschaffen. Ein Bandido-Mitglied, das sich im Innern befand, hatte daraufhin zwei Schüsse durch die geschlossene Tür abgefeuert.

Verletzt wurde dadurch ein Hells-Angels-Mitglied, von einem Querschläger wurde außerdem ein unbeteiligter Altstadt-Besucher getroffen und verletzt. Während das Strafverfahren gegen den damaligen Schützen inzwischen rechtskräftig abgeschlossen ist, will die Staatsanwaltschaft nun fünf angebliche Hells-Angels-Mitglieder zur Verantwortung ziehen. Sie sollen in wechselnder Tatbeteiligung mit den als Rammbock genutzten Absperrgittern wuchtig gegen die Disko-Tür gehämmert und die weiteren Ereignisse damit erst ausgelöst haben.

Direkt nach Verlesung dieser Anklage mussten alle Zuschauer und auch die Tatverdächtigen den Saal am Dienstag aber bereits verlassen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit kam es zu einem Rechtsgespräch zwischen Richter, Staatsanwältin und den Verteidigern.

Da dies nicht zu einer Einigung über den weiteren Prozessverlauf führte, brach der Richter den Termin komplett ab. In einem nächsten Verhandlungsversuch sollen dann sämtliche Zeugen und Gutachter befragt, alle Beweismittel detailliert geprüft und ausgewertet werden. Wann es dazu kommen könnte, ist aber noch völlig ungewiss.

(wuk)
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