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Düsseldorf
Gericht hebt Fahrverbot nach Tod von Ferrari-Fahrer auf

Rheinkniebrücke: Polizei rekonstruiert tödlichen Unfall
Rheinkniebrücke: Polizei rekonstruiert tödlichen Unfall FOTO: Esser, Paul
Düsseldorf. Bei einer verhängnisvollen Kette von Unfällen wird vor drei Jahren auf einer Düsseldorfer Rheinbrücke ein Ferrari-Fahrer getötet. Jetzt hat die Justiz die Strafe gegen den Verursacher abgemildert.

Nach dem Unfalltod eines Ferrari-Fahrers auf einer Düsseldorfer Rheinbrücke hat das Landgericht das Fahrverbot für den Unfallverursacher aufgehoben. Der Auslieferungsfahrer war im Mai 2012 bei Regen zu schnell unterwegs und hatte den 38-jährigen Sportwagenfahrer frontal erfasst. Der war nach einem vorangegangenen Unfall mit seinem teuren Boliden quer zur Fahrbahn zum Stehen gekommen und aus seinem Wagen ausgestiegen.

Kniebrücke: Ferrari-Fahrer stirbt bei Unfall FOTO: Gerhard Berger

Das Amtsgericht hatte den Lkw-Fahrer zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung und zur Zahlung von monatlich 400 Euro an den Sohn des Unfallopfers verurteilt. Beides wurde vom Landgericht am Montag bestätigt. Das zweimonatige Fahrverbot sah die zweite Instanz allerdings als unangemessen an, weil es den Berufsfahrer in seiner beruflichen Existenz bedrohe. Der Angeklagte habe sich außerdem seit dem Unfall nichts mehr zuschulden kommen lassen.

Der Lkw-Fahrer hatte zunächst bestritten, zu schnell unterwegs gewesen zu sein. Er habe aber bei regnerischem Wetter in der Nacht weder den unbeleuchteten, quer zur Fahrbahn stehenden, dunklen Ferrari noch dessen dunkel gekleideten Fahrer gesehen. Eine aufwendige Rekonstruktion auf der Rheinkniebrücke ergab allerdings, dass der Angeklagte deutlich zu schnell gewesen sein muss.

(lnw)
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