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Brandstiftung in Düsseldorf
In Messehalle wurden viele gewalttätige Flüchtlinge untergebracht

Brand in Flüchtlingsunterkunft: Halle abgerissen
Brand in Flüchtlingsunterkunft: Halle abgerissen FOTO: dpa, mg fdt
Düsseldorf. Vor drei Wochen ist die Flüchtlingsunterkunft an der Düsseldorfer Messe komplett abgebrannt. Das Feuer wurde von Bewohnern gelegt. Jetzt berichtet das Innenministerium, dass dort vor allen Dingen Flüchtlinge untergebracht wurden, die vorher bereits negativ aufgefallen sind. DRK-Ehrenamtler protestieren gegen Olaf Lehne. Von Arne Lieb

Die Stadt Düsseldorf hat in der inzwischen abgebrannten Unterkunft in der Lagerhalle der Messe viele Flüchtlinge untergebracht, die in anderen Einrichtungen negativ aufgefallen sind. Zum Zeitpunkt des Brandes am 7. Juni lebten nach Auskunft des städtischen Flüchtlingsbüros rund 30 bis 40 alleinreisende Männer in der Unterkunft, "die zuvor in anderen kommunalen Einrichtungen ,auffällig' geworden sind", heißt es in einem Bericht des Innenministeriums. Dabei habe es sich um wiederholte Verstöße gegen die Hausordnungen, Gewalttätigkeiten und in Einzelfällen auch sexuelle Übergriffe gehandelt. Ob die acht Verdächtigen in Zusammenhang mit dem Brand in der Einrichtung darunter waren, ist unklar.

Das Innenministerium berichtete gestern dem Innenausschuss des Landtages über den Stand der Ermittlungen. Demnach gab es wiederholt Auseinandersetzungen in der Einrichtung mit 282 alleinreisenden Männern, darunter mehrfach Drohungen, die Halle abzubrennen. Die Initiatoren "waren zumeist Personen nordafrikanischer Herkunft", heißt es. Unmittelbar vor dem Brand gab es einen Streit an der Essensausgabe. Danach begaben sich die Verdächtigen in den hinteren Teil der Halle. Dort wurde das Feuer gelegt.

CDU-Politiker Olaf Lehne forderte Abschiebung

Im Kreisverband des Roten Kreuzes (DRK) gibt es derweil weiter Ärger wegen der Äußerungen des Kreisvorsitzenden, CDU-Politiker Olaf Lehne, nach dem Brand. Einige Ehrenamtler haben sich beschwert, dass Lehnes Aussagen seinem Amt nicht angemessen gewesen seien. Er hatte im Gespräch mit unserer Redaktion eine Abschiebung der Brandstifter gefordert und sich auch ähnlich in einem Fernsehbeitrag geäußert, in dem er mit einer Jacke des DRK zu sehen ist. Nun wird es wohl eine Sondersitzung des Kreisverbands geben, sagt Vorstandsmitglied Thomas Jeschkowski. "Wir werden dem Diskussionsbedarf nachgehen." Zu Lehnes Aussage gebe es im Verein unterschiedliche Meinungen. Die Spitzen von Bundes- und Landesverband der Organisation hatten auf Nachfrage des Grünen-Landesverbands erklärt, sie hätten Lehnes Aussagen "in Teilen mit Irritation" verfolgt.

Quelle: RP
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