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Bart gerettet
Henkel-Forscher klebt Pharao-Bart fest

Düsseldorf - Henkel-Forscher kleben Bart von Tutanchamun fest
Die restaurierte Maske kann in Kairo wieder besichtigt werden. FOTO: Eckmann
Düsseldorf. Groß war der Schreck, als Reinigungskräfte versehentlich den Bart der Tutanchamun-Totenmaske beschädigten. Der Düsseldorfer Klebstoff-Forscher Dirk Kasper entwickelte die rettende Formel. Von Semiha Ünlü

Als Putzkräfte im Ägyptischen Museum in Kairo beim Reinigen einer Vitrine die mehr als 3300 Jahre alte Totenmaske Tutanchamuns beschädigten, der Spitzbart des Pharao sich lockerte und sie ihn eilig mit Kunstharz zu "verarzten" versuchten, sorgte das weltweit für Aufsehen. Jetzt ist der königliche Zeremonialbart wieder korrekt an der Maske befestigt - auch dank der Hilfe aus Düsseldorf.

Die restaurierte Maske kann in Kairo wieder besichtigt werden. FOTO: Eckmann

Henkel-Klebstoff-Forscher Dirk Kasper, ein Spezialist für Heißschmelzklebstoffe, hatte nach der Nachricht vom "Bart-Unfall" sofort zum Telefonhörer gegriffen und den Restauratoren seine Unterstützung angeboten. Diese wurde dankend angenommen: Mit physikalischen Messungen, 3-D-Modellen und Anwendungstests entwickelte sein Team einen Klebstoff, der den hohen Temperaturen in Ägypten und möglichen Erschütterungen beim Transport standhalten sowie wieder entfernt werden kann, ohne Rückstände zu hinterlassen.

"Hightech-Kleber zu designen, ist unser Job", sagt Kasper, "doch diese Fragestellung war für das gesamte Team außerordentlich spannend." Man sei "stolz und begeistert", dass jetzt ein Hightech-Schmelzklebstoff des Unternehmens die weltberühmte Maske des Tutanchamun zusammenhalte.

Restaurator Christian Eckmann vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz lobte das Düsseldorfer Engagement: Die kompetente Beratung und Unterstützung durch die Experten habe entscheidend dazu beigetragen, dass man den fehlerhaft angeklebten Bart von der Maske lösen und unter anderem mit einem eigens entwickelten Klebstoff optimal wieder anbringen konnte. Eckmann bedankte sich auch bei der Düsseldorfer Gerda Henkel Stiftung, die Fördermittel für die Restaurierungsarbeiten an der zwölf Kilogramm schweren Pharao-Goldmaske bereitgestellt hatte. Zu der Höhe des Betrags wollte die Stiftung am Donnerstag keine Angaben machen.

Während der Arbeiten an der Totenmaske waren auch mehrere Entdeckungen gemacht worden. Unter anderem fanden die Experten heraus, dass der Bart ursprünglich mit einer goldenen Röhre und mit Hilfe von Honigwachs an der Maske befestigt worden war.

Die berühmte Totenmaske war 1922 vom britischen Archäologen Howard Carter nach jahrelanger Suche im "Tal der Könige" bei Luxor entdeckt worden. Sie wird jetzt wieder in der mit Panzerglas ausgestatteten Vitrine des Ägyptischen Museums in Kairo ausgestellt.

Quelle: RP
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