| 14.47 Uhr

Mit Dutzenden Wohnwagen
Irische Landfahrer campieren auf den Düsseldorfer Rheinwiesen

Irish Travellers ziehen im Sommer 2017 durch die Region
Irish Travellers ziehen im Sommer 2017 durch die Region FOTO: gerhard berger
Düsseldorf. Rund 500 irische Landfahrer mit mindestens 80 Wohnwagen-Gespannen haben sich Montagabend auf den Rheinwiesen in Düsseldorf breit gemacht. Sie sind offenbar über die Oberkasseler Brücke gekommen und haben einen großen Bereich um die Kniebrücke eingenommen. 

Am Dienstagnachmittag sind die irischen Landarbeiter noch nicht von den Rheinwiesen verschwunden. Die irischen Wanderarbeiter waren am Montagabend unerlaubt auf das Gelände gefahren und hatten dort campiert. Wie die Stadt mitteilte, wurde den irischen Landfahrern eine Frist bis heute um 14 Uhr gegeben, um die Wiese zu räumen. Doch auch nach 14 Uhr waren viele von ihnen noch da, wie unsere Reporterin von vor Ort berichtet. Größere Einsätze der Polizei habe es bislang nicht gegeben, sagte eine Sprecherin. Die Beamten seien jedoch vermehrt an dem Platz vorbeigefahren.

Bis in die Nacht hat es viel Bewegung gegeben auf dem Gelände, immer wieder haben Autos die Rheinwiesen verlassen, "vermutlich sind einige schon in die Innenstadt gefahren", sagte ein Polizeisprecher. Mit Unterstützung der Polizei hat die Stadt Bedingungen ausgesprochen, etwa, dass die Wohnwagen auf festem Untergrund abgestellt werden. Dafür haben die irischen Wanderarbeiter ihre Wagenburgen auflösen müssen.

Die Irish Travellers am Neusser Kirmesplatz FOTO: Lothar Berns

Irische Landfahrer dürfen nur eine Nacht bleiben

Man hat sich sofort um die unangemeldeten Gäste gekümmert, die zuerst am Niederrhein aufgetaucht waren. Über Nacht sollten sie bleiben dürfen. "Die Stadt hat eine Ordnungsverfügung erteilt, dass sich die irischen Landfahrer bis Dienstagmittag entfernen", sagte die Polizei am Abend.

In Kevelaer hatten die Wohnwagen-Gespanne einen Parkplatz am Hallenbad in einen illegalen Mobilstellplatz verwandelt. Dort sorgten die Iren für Schlagzeilen: Anwohner beklagten gefährliche Fahrmanöver. Andere fühlten sich durch die Hunde bedroht. Einen Stellplatz bot man ihnen als Alternative, die meisten bevorzugten aber die Weiterreise nach Neuss, wo sie das TÜV-Gelände bis Dienstag früh hätten räumen müssen. 

Offenbar haben die irischen Landfahrer schon Montagabend die Zelte in Neuss abgebrochen und sind nach Düsseldorf weitergezogen. Auf dem Kirmesplatz ließen sie eine Menge Müll zurück. Die Irish Travellers werden landläufig "Tinker" genannt. Sie selbst empfinden diesen Begriff aber als diskriminierend. 

(nika/sg)
 
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