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Religionsstudie
Düsseldorf ist die "gottloseste Stadt in NRW"

Religionsstudie: Düsseldorf ist die "gottloseste Stadt in NRW"
Laut einer Studie der Bochumer Ruhr-Universität ist Düsseldorf die Stadt mit den meisten Atteisten. FOTO: AFP
Düsseldorf (dto). In keiner anderen Stadt in NRW gibt es mehr Atheisten als in Düsseldorf. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie der Bochumer Ruhr-Universität zur Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in NRW. Das soll aber nicht heißen, dass Düsseldorf eine Stadt der Gottlosen ist, denn über die Hälfte der Bevölkerung ist römisch-katholisch oder evangelisch. Stark gewachsen ist in den letzten Jahren auch die jüdische Gemeinde. Von Moritz Börner

"Düsseldorf ist die gottloseste Stadt in NRW", weiß Helmut Zander, der die Studie der Bochumer Ruhr-Universität koodiniert hat. So gehören in Düsseldorf 35,5 Prozent der Einwohner keiner organisierten Religionsgemeinschaft an. Damit stellen Konfessionslose vor der Katholischen (35 Prozent) und der evangelischen Kirche (21,4 Prozent) die größte Gruppe in der Bevölkerung der Stadt. Landesweit sind nur 25 Prozent der Bevölkerung konfessionslos, im Hochsauerlandkreis ist die Quote mit neun Prozent am niedrigsten.

Insgesamt ist Nordrhein-Westfalen der Studie zufolge ein überdurchschnittlich stark katholisch geprägtes Bundesland. 42 Prozent der Gläubigen sind Katholiken und damit rund zehn Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. 28 Prozent sind Protestanten.

Die Religion mit dem größten Wachstumsptential in in Düsseldorf und NRW ist der Islam. Gut zwei Prozent der Düsseldorfer sind Muslime, und die Tendenz ist steigend. "Religion ist für viele Zugewanderte ein wichtiger Identifikationsfaktor" sagt Religionswissenschaftler Volkhard Krech. Aus diesem Grund sind auch viele Zuwanderer und Aussiedler kirchlich engagiert. In ganz NRW leben etwa eine Million Muslime, damit ist es das am stärksten muslimisch geprägte Land.

Auch die jüdische Gemeinde ist in Düsseldorf auf dem Vormarsch. Insgesamt leben in der Landeshauptstadt 7.400 Juden und damit mehr als in jeder anderen jüdischen Gemeinde des Landes. Viele Düsseldorfer Juden leben im Stadtteil Reisholz. Zuwachs bekommt die Gemeinde vor allem durch Aussiedler aus den Staaten der ehemaligen UdSSR, vor allem aus Russland.

 
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