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Verliebt in Düsseldorf
Düsseldorf ist die Stadt der Singles

Verliebt in Düsseldorf: Düsseldorf ist die Stadt der Singles
Auf zahlreichen Singlepartys in der Stadt suchen einsame Herzen jedes Wochenende nach einem Partner. In mehr als der Hälfte der Düsseldorfer Haushalte lebt nur eine Person. FOTO: andreas endermann
Düsseldorf. In der Altstadt und am Medienhafen, in Oberkassel und in den Szene-Stadtteilen Bilk oder Flingern, überall in der Stadt suchen die Menschen in Düsseldorf nach einem Partner fürs Leben. Trotzdem leben viele allein: Mehr als die Hälfte der Haushalte in der Landeshauptstadt sind Einpersonenhaushalte (52 Prozent), damit ist die Singledichte in der Landeshauptstadt am größten unter den Städten in NRW. Von Torsten Thissen

Die meisten Singles sind laut Statistik zwischen 45 und 65 Jahre alt (54.000), gefolgt von den 30- bis 45-Jährigen (49.000). Sieht man von den verwitweten Menschen ab, leben die meisten in den innerstädtischen Stadtteilen, in den schicken Neubauten, den renovierten Altbauten. In Pempelfort etwa gibt es rund 14.000 Singlehaushalte von insgesamt 20.000 Haushalten, in Stadtmitte 6700 von insgesamt 9700. Das heißt nicht, dass alle Singles alleine bleiben möchten. Doch auch wenn der Rheinländer als kontaktfreudig gilt, einen neuen Partner fürs Leben zu finden, gestaltet sich auch in Düsseldorf schwierig.

Die Rheinische Post beleuchtet in den kommenden Wochen in einer Serie das Suchen und Finden der Liebe in der Landeshauptstadt. So kommen Singles zu Wort, die von ihren Erfahrungen berichten, wir geben Tipps für die Suche nach dem richtigen Partner, analysieren Partnerbörsen sowie Datingportale im Internet und beleuchten die Hintergründe des Phänomens. Denn das Singledasein birgt Risiken.

So funktioniert die Dating-App Tinder FOTO: Tinder

So warnt etwa der Soziologe Stefan Hradil, das Leben ohne Partner sei eine "riskante Lebensform" und sagt: "Singles wandern auf einem emotional schmalen Grat." Ihnen drohe oft die Einsamkeit. Dabei haben sie oft größere Netzwerke als Menschen, die in Familien leben. So sind sie etwa öfter in Sportvereinen aktiv, besuchen häufiger Kulturveranstaltungen und haben einen größeren Freundeskreis. "Allerdings pflegen sie Netzwerke, um das Fehlen von Angehörigen auszugleichen", so der Soziologe.

Empirisch belegt sei, dass ihre Netzwerke weniger belastbar seien. Außerdem droht ihnen im Alter die Armut, weil sie seltener Angehörige haben, die sich um sie kümmern. In jüngeren Jahren allerdings haben sie mehr Geld zur Verfügung als Menschen, die in einer Beziehung leben oder gar Familie haben. Deshalb ist ihr Anteil in Städten wie Düsseldorf auch größer als auf dem Land. Hier finden sie ein reiches Kultur- und Nachtleben. Außerdem können sie sich die Mietpreise eher leisten als Familien, auch weil sie kleinere Wohnungen brauchen.

Tatsächlich sinkt - gemessen an der Zahl der Haushalte - der Anteil der Familien in Düsseldorf. Laut Statistik leben nur in rund 56.000 Haushalten Kinder unter 18 Jahren. Das sind knapp 17 Prozent. Zum Vergleich: In Dortmund machen Familien 18,5 Prozent der Haushalte aus, in Duisburg 18,1, Essen kommt auf 17,7 und Köln auf 17,5.

Haben Sie Angst vor Beziehungen?

Besonders schwierig ist die Situation für Alleinerziehende. So haben sie nicht nur weniger Geld zur Verfügung, sondern es fehlt ihnen schlicht an Zeit, einen neuen Partner zu suchen, weil sie Kinder betreuen müssen. Hinzu kommt, dass Kinder von anderen Singles als Belastung angesehen werden.

Quelle: RP
 
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