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Prozess in Düsseldorf
Kein Rotlicht mehr an Rethelstraße

Düsseldorf: Kein Rotlicht mehr an Rethelstraße
Dass die Häuserzeile jedenfalls keine Rotlichtmeile mehr werden würde, dafür hatte die Stadtverwaltung gesorgt. FOTO: dpa, Martin Gerten
Düsseldorf. Im Prozess um K.o.-Tropfen und Kreditkartenbetrug in drei Düsseldorfer Bordellen passiert wenig. Dafür tut sich offenbar an den mutmaßlichen Tatorten etwas. Die "Bild"-Zeitung berichtet jetzt, der derzeitige Besitzer der Gebäude wolle sie abreißen und an ihrer Stelle Wohnungen bauen.

Bezirksbürgermeister Uwe Wagner (SPD) kennt eine solche Anfrage nicht. "Wenn sie kommt, finden wir das gut", sagte er unserer Redaktion gestern. Schon vor einem Jahr habe es Gedankenspiele darüber gegeben, wie man die Immobilien Rethelstraße 73 bis 77 nutzen könne.

Dass die Häuserzeile jedenfalls keine Rotlichtmeile mehr werden würde, dafür hatte die Stadtverwaltung gesorgt, indem sie im vergangenen Jahr grundsätzlich die Einrichtung von Bordellbetrieben in Wohngebieten untersagte. Bestandsschutz kann es für die drei Immobilien - die seit den 1920er Jahren fürs älteste Gewerbe genutzt wurden - nicht geben, weil der letzte Bordellbetreiber dort im Herbst 2014 aufgegeben hat.

Schon als im Juli 2012 die Polizei die Etablissements stürmte und im Rahmen ihrer Razzia mit dem Betreiber und mehreren Mitarbeitern auch den bundesweit bekannten Bordellwirt Bert Wollersheim festnahm, sollen die Geschäfte nicht mehr so gut gelaufen sein wie in früheren Zeiten, als fünfstellige Summen für Champagner für die Kundschaft kein Problem waren. Zwar war Wollersheim nichts nachzuweisen, doch die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass seine Geschäftspartner gemeinschaftlich Freier erst mit K.o.-Tropfen außer Gefecht setzten und dann deren Kreditkartenkonten plünderten.

Rethelstraße: Der Rotlicht-Prozess: Eine Chronik

Die Vorwürfe kratzten am Image des einstigen Edel-Etablissements, und wohl auch durch die von der Justiz angeordnete Abwesenheit der Geschäftsführer geriet die Betreibergesellschaft in Schieflage. Und auch der Nachfolger konnte das wohl nicht abwenden, bekam zudem die Kündigung vom Immobilienbesitzer. Der plant laut "Bild" nun 23 Wohnungen am alten Rotlichtstandort.

(sg)
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