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Düsseldorf
Ausgebrannte Kneipe "Kurze 7" soll noch im Mai wiedereröffnen

Düsseldorf: "Kurze 7" soll nach Brand noch im Mai wieder öffnen
Der "Kurze 7"-Chef Ludger Tiggelbeck und seine Tochter Amina. Im Mai wollen die beiden die Kneipe wiedereröffnen. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Erste Vermutung nach dem Feuer in der Altstadt: Technischer Defekt ist unwahrscheinlich - die Polizei geht von fahrlässiger Brandstiftung aus, die zu massiven Schäden in Altstadtkneipe führte. Von Brigitte Pavetic

Immer noch geschockt sind Gastronom Ludger Tiggelbeck und seine Tochter Amina: Ihre Kneipe "Kurze 7" brannte am Samstag fast völlig aus. Der Wirt rechnet mit einer Schadenssumme im sechsstelligen Bereich. "Mindestens 100.000 Euro werden es vermutlich werden", sagte er auf Nachfrage unserer Redaktion. An Spekulationen zur Brandursache in seinem 700 Quadratmeter großen Gastronomie-Betrieb will er sich nicht beteiligen.

Dafür konnte die Polizei gestern nach einer ersten Begehung Vermutungen anstellen: Fahrlässige Brandstiftung ist sehr wahrscheinlich der Grund für den Brand, wie ein Sprecher sagte. Dabei kann es sich etwa um eine nicht ganz verglühte Zigarette handeln, die im Keller möglicherweise unachtsam ausgetreten wurde. Die Beamten gehen derzeit zu höchstens zehn Prozent von einem technischen Defekt aus.

Der Keller der Kneipe sieht aus wie nach einem Bombenangriff. 70 Feuerwehrmänner waren am Samstag im Einsatz. FOTO: Bretz Andreas

Viele Häuser unterirdisch miteinander verbunden

Die Ereignisse am vergangenen Wochenende machten erneut deutlich, wie es um die unterirdischen baulichen Besonderheiten in der Altstadt bestellt ist: Viele Häuser und auch Kneipen sind eng miteinander verbunden, wie auch "Knoten"-Chefin Isa Fiedler weiß: "Ein Phänomen, das es auch in vielen anderen Altstädten gibt." So sind etwa die Kellerräume ihrer Kneipe an der Kurze Straße mit dem Blockhaus verbunden, während sich die "Kurze 7" auf der gleichen Partymeile die teils unterirdisch verlaufenden Notausgänge mit dem Louisiana teilt.

Dort hatte es daher am Samstag auch prompt gequalmt - glücklicherweise blieb es dabei. "Genau genommen gelangt man über unseren Notfallweg dann direkt auf die Bolkerstraße", sagt Kurze-7-Chef Ludger Tiggelbeck. Sowohl er als auch Isa Fiedler wissen, dass die Kellerräume über entsprechende Brandschutztüren verfügen, wie sie die Behörden auch vorschreiben. "Ich fühle mich sehr gut geschützt", betont die Wirtin, der bekanntermaßen die Entwicklung der Altstadt sehr am Herzen liegt.

"Kurze 7" soll spätestens am Japantag wieder öffnen

Die Feuerwehr setzt bei ihren Altstadt-Einsätzen auf eine erhöhte Einsatzmittelkette, wie es im Behörden-Jargon heißt. "Wir rücken mit mindestens zwei Löschzügen und größerer Mannschaft aus", sagt Sprecher Tobias Schülpen. "Die Altstadt ist historisch gewachsen und besitzt über- und unterirdisch eben eine besondere Struktur." So sei es fast schon der Regelfall, dass sich die Rettungskräfte auch über mehrere Wege dem Einsatzort näherten.

Das Bauaufsichtsamt bestätigt, "dass vielfach Gebäude über Keller oder Tiefgaragen miteinander verbunden sind". Dies sei auch in der Düsseldorfer Altstadt so. Statistiken würden jedoch nicht geführt. Bei unterirdischen Geschossen, die mehrere Gebäude miteinander verbinden, sind laut Amtsleiterin Ulrike Lappessen "insbesondere Brand- und Rauchabschnitte zu bilden". Die Funktionalität derselben werde bei Brandschauen und wiederkehrenden Prüfungen durch Bauaufsicht und Feuerwehr in regelmäßigen Abständen geprüft. Der Eigentümer oder Nutzer muss darüber einen Nachweis führen.

Für Ludger Tiggelbeck heißt es jetzt, seine Kneipe schnell wieder in Schuss zu bringen. Aber der Kneipenwirt ist zuversichtlich: Spätestens zum Japantag am 20. Mai soll die "Kurze 7" wieder geöffnet sein.

Von ihren Stammgästen bekommen Tiggelbeck und seine Tochter in den vergangenen Tagen viel Zuspruch. Das brachten die treuen "Kurze 7"-Fans auch in einem Brief an ihre Lieblingskneipe zum Ausdruck:

Der Brief der Stammgäste an die "Kurze 7". FOTO: Amina Tiggelbeck
Quelle: RP
 
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