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Düsseldorf
Mieterschützer in Sorge wegen LEG-Fusion

Düsseldorf: Mieterschützer in Sorge wegen LEG-Fusion
Die Zentrale der LEG an der Hans-Böckler-Straße. Der hauptsitz der LEG soll auch nach der Übernahme in Düsseldorf bleiben. FOTO: dpa
Düsseldorf. In Düsseldorf sind 3.500 Wohnungen von der Übernahme durch die "Deutsche Wohnen" betroffen. Die LEG-Zentrale bleibt am Rhein. Nach der Bekanntgabe, dass der Berliner Immobilienkonzern "Deutsche Wohnen" die Düsseldorfer Wohnungsfirma LEG übernehmen will, äußern Mieterschützer in der Landeshauptstadt ihre Sorgen. Von Thorsten Breitkopf

"Das ist für uns keine gute Nachricht", sagt Hans-Jochem Witzke, Vorsitzender des Düsseldorfer Mietervereins. Für die Mieter sei es grundsätzlich von Nachteil, wenn es zu einer Verdichtung der Eigentumsverhältnisse auf dem Wohnungsmarkt komme. Allein in Düsseldorf hat die LEG nach eigenen Angaben mehr als 3500 Wohnungen. Die meisten befinden sich in den Stadtteilen Garath, in Unterrath in der Nähe des Flughafens, im Umfeld der Metro-Zentrale in Heerdt sowie am Hennekamp. Die übernehmende "Deutsche Wohnen" besitzt 1244 Wohneinheiten in der NRW-Landeshauptstadt, darunter die Henkelsiedlung, die kürzlich komplett saniert wurde.

"Wir befürchten, dass die bei einer Übernahme gehobenen Synergien und damit eingesparten Gelder nicht in die Erhaltung und Renovierung der Gebäude gesteckt werden, sondern weit überwiegend für höhere Dividenden an die Aktionäre genutzt werden", sagt Mieterschützer Witzke. Außerdem befürchtet der Vorsitzende des Mieterbundes mittelfristig einen Anstieg der Mieten, da das Angebot stärker gebündelt und die Nachfrage nach Wohnungen in Düsseldorf tendenziell weiter steigend sei.

Die LEG ist in Düsseldorf einer der größten Eigentümer von Sozialwohnungen, die aber früher oder später aus der Mietbindung fallen. "Die LEG zieht sich zunehmend aus dem Engagement im sozialen Wohnungsbau zurück", kritisiert Witzke und fordert die Gesellschaft auf, verstärkt die Fördermittel des Landes in Anspruch zu nehmen, bei denen sogar Teile der Tilgung entfallen. "So etwas könnte auch für einen gewinnorientierten Konzern interessant sein", sagt Witzke.

LEG und "Deutsche Wohnen" bestreiten, dass es zu einer Verschlechterung für die Mieter der Düsseldorfer Wohnungen kommt. "In Deutschland gilt laut bürgerlichem Recht, dass Kauf die Miete nicht bricht. Daher wird sich für die Bewohner der Immobilien gar nichts ändern", sagte eine Sprecherin der "Deutsche Wohnen". Lediglich der Briefkopf im Schriftverkehr würde sich irgendwann ändern. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher der Düsseldorfer LEG.

Die Deutsche Wohnen hat ihren juristischen Sitz in Frankfurt am Main, weil sie einst als Tochter der Deutschen Bank gegründet wurde. Die Firmenzentrale ist aber in Berlin. Die LEG hat 1000 Mitarbeiter, 250 davon arbeiten in der Zentrale in Düsseldorf an der Hans-Böckler-Straße im Stadtteil Derendorf.

Nach Aussagen einer Sprecherin der "Deutsche Wohnen" soll die Zentrale der LEG auch weiterhin in Düsseldorf bleiben. "Wir wollen den Standort sogar stärken und von Düsseldorf aus in den westdeutschen Märkten, insbesondere in Köln und Bonn und dem Rhein-Main-Gebiet weiter wachsen", sagte die Sprecherin.

Die LEG ist 1970 als Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen entstanden. In ihr gingen diverse gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften der NRW-Städte auf. 2008 wurde die LEG dann privatisiert. Im Jahr 2013 wurde die LEG an die Börse gebracht.

Die "Deutsche Wohnen" wurde von der Deutschen Bank 1998 gegründet. Die ersten erworbenen Immobilien waren das Immobilienportfolio des Landes Rheinland-Pfalz und der Pensionskasse des Chemiekonzerns Hoechst.

Quelle: RP
 
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