| 17.42 Uhr

Bilk, Oberbilk, Hassels
Mordkommissionen ermitteln in drei Todesfällen

Düsseldorf: Mordkommissionen ermitteln in Bilk, Oberbilk und Hassels
Die Polizei hängte Plakate mit den Phantombildern in der Nähe des Tatorts an der Mindener Straße auf. FOTO: Center TV
Düsseldorf. Drei Mordkommissionen hat die Kripo in knapp 24 Stunden einberufen: Nach dem gewaltsamen Tod von Hans-Gert L. in Oberbilk starben auch in Bilk und Hassels Menschen unter unklaren Umständen.  Am Montag hat die Polizei Phantombilder von zwei Verdächtigen veröffentlicht. Von Stefani Geilhausen

Gleich zwei Mal musste der Bereitschaftsdienst im Düsseldorfer Amtsgericht am Sonntag Haftbefehle wegen schwerer Verbrechen erlassen. Ein 47-Jähriger soll in Hassels eine Bekannte tödlich verletzt haben, ein 38-Jähriger in Bilk einen Obdachlosen erst getreten und geschlagen, dann unter Drogen gesetzt haben.  

Die "MK Mindener" fahndet noch nach den Tatverdächtigen. Sie sucht jetzt mit Phantombildern nach zwei Männern, die am Freitag kurz nach der Ermordung von Hans-Gert L. dessen Haus in Oberbilk verließen. Aus der Wohnung des 68-Jährigen an der Mindener Straße hatten Nachbarn Gepolter gehört, kurz danach waren die südländisch aussehenden, etwa 1,80 Meter großen Männer gesehen worden, die über die alte Güterzugstrecke davonliefen. Sie sollen zwischen 20 und 30 Jahren alt sein, einer schlank und mit gegelter Kurzhaarfrisur, der andere untersetzt und vollbärtig. Er trug eine dunkle Sporttasche und soll akzentfrei Hochdeutsch gesprochen haben. Der als "Lemmy" bekannte Oberbilker war kurz vor seinem Tod am Geldautomaten gewesen. Die Kripo schließt nicht aus, dass ihn die Täter beim Geldabheben beobachteten. Hinweise an 0211 8700.

Der erste Tatverdächtige vom Fall in Oberbilk wird als 20 bis 30 Jahre alt beschrieben und 1,80 bis 1,85 Meter groß. FOTO: Polizei

Der Rettungsdienst der Feuerwehr rief am Samstagnachmittag die Polizei nach Hassels rief: Die Verletzungen der 36-jährigen Frau, die der Notarzt in einer Wohnung im Hochhaus an der Potsdamer Straße behandelte, schienen den Helfern verdächtig.

Wer die Feuerwehr in die Wohnung gerufen hat, ist noch unklar. Mieter ist ein 47 Jahre alter Mann, der die obdachlose Frau vor kurzem bei sich aufgenommen hatte. Er war auch während des Rettungseinsatzes in der Wohnung. Die Polizei befragte ihn noch, als aus der Uni-Klinik die Nachricht kam, dass die 36-Jährige ihren Verletzungen erlegen war. Details über diese Verletzungen gibt die Polizei nicht bekannt, denn noch ist nicht ganz klar, wie sie zustande kamen. Der Mieter hat nur ein Teilgeständnis abgelegt. Die Polizei geht davon aus, dass es nach einem Zechgelage zum Streit und zu Handgreiflichkeiten kam, bei denen die 36-Jährigen so massiv verletzt wurde, dass sie schließlich starb.

Der zweite Verdächtige von der Mindener Straße wird als 25 bis 35 Jahre beschrieben, 1,80 Meter groß und sportlich. FOTO: Polizei

Während die "Mordkommission (MK) Potsdamer" den Fall noch untersuchte, wurde eine zweite Ermittlergruppe angefordert: Um 19.20 Uhr meldete eine Frau den Tod eines Obdachlosen in ihrer Wohnung in Bilk an der Himmelgeister Straße. Der Tote hatte zahlreiche Verletzungen. Die Mieterin (49) gab an, den 47-Jährigen und einen 38 Jahre alten Bekannten am Freitag mit in ihre Wohnung genommen zu haben. Die Männer seien in der Nacht in Streit geraten, der Jüngere habe den Älteren geschlagen und getreten. Schließlich habe er den Mann genötigt, Rauschgift zu nehmen, das auch die beiden anderen zu sich nahmen. Dann seien alle eingeschlafen - und der 47-Jährige am Samstagabend nicht mehr aufgewacht. Die "MK Geist" hat die Obduktion des Leichnams veranlasst: Wie sich zeigte, starb der 47-Jährige durch eine noch nicht abschließend identifizierte Droge. Den 38-Jährigen nahm der Einsatztrupp Prios noch am selben Abend in einer Obdachlosenunterkunft an der Dorotheenstraße fest.

Mann in Oberbilk getötet - Großfahndung FOTO: RP-Fotos. Anne Orthen, Gerhard Berger

 

Quelle: RP
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