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Düsseldorf
Neue Achse für Radfahrer in der City

Düsseldorf: Neue Achse für Radfahrer in der City
Auf der Karlstraße gibt es bisher nur den Ausläufer eines Radwegs (unten rechts im Bild). Dort soll ein durchgehender Streifen entstehen, der über die Worringer Straße fortgesetzt wird. FOTO: Endermann, Andreas
Düsseldorf. Die Verkehrspolitiker der Stadt haben das nächste große Projekt auf den Weg gebracht: ein Radstreifen parallel zum Hauptbahnhof und bis zum Wehrhahn. Von Christian Herrendorf

Das erste große Zeichen für die Wende im Radverkehr ist auf der Friedrich- und der Elisabethstraße zu bewundern, in knapp zwei Jahren soll das nächste Prestigeprojekt fertiggestellt sein. Der Verkehrsausschuss hat gestern den Bau eines Radwegs von den Palmen des Stresemannplatzes, parallel zum Hauptbahnhof und bis zum Wehrhahn beschlossen. Start für die Arbeiten soll Anfang 2018 sein, die Bauzeit wird auf 18 Monate geschätzt. Die Gesamtkosten liegen bei rund drei Millionen Euro, darin enthalten sind aber auch rund 1,3 Millionen Euro für die genannten Straßen. Sie erhalten während des Umbaus einen neuen Asphalt.

Ziel des Projekts ist es, eine weitere Hauptachse im Radnetz zu schaffen beziehungsweise eine Lücke im selbigen zu schließen. Aktuell gibt es im Viertel ausschließlich Radwege in den Seitenstraßen. Auf dem 1,3 Kilometer langen Stück vom Stresemannplatz zum Wehrhahn existiert dagegen kein Radweg - aber bis zu sieben Fahrstreifen für Autos, Lkw und Busse. In den 16 Hauptverkehrsstunden rollen dort im Schnitt 30.000 Fahrzeuge.

Die motorisierten Fahrer müssen sich nach dem Umbau auf eine neue Streckenführung einstellen. Der Plan sieht vor, dass auf der gesamten Strecke ein 1,60 Meter breiter Radweg entsteht. Für die verbleibenden Flächen wurde der Bedarf für die jeweiligen Fahrtrichtungen ermittelt und ein neues Konzept entwickelt. Durch den Umbau fallen elf Parkplätze weg, weil zum Teil Seitenräume benötigt werden. 18 Bäume müssen gefällt werden, mindestens 15 können durch Neupflanzungen ersetzt werden.

Der neue Weg trifft am Wehrhahn auf ein bestehendes Netz, dort haben Radler zum Beispiel eigene Streifen auf der Grafenberger Allee. Am anderen Ende ist die Lage schlechter. Radwege gibt es auf der Pionier- und der Charlottenstraße, diese sind aber einige Meter bis Blocks vom künftigen Radweg entfernt. Gleiches gilt für eine Verbindung zu den erwähnten Wegen auf der Friedrich- und Elisabethstraße.

Die Kosten trägt die Stadt aus eigenen Mitteln. Für einen Antrag ans Land sei das Projekt zu groß, heißt es aus der Verkehrsverwaltung. Außerdem kann die Stadt ausnahmsweise aus einem gut gefüllten Topf schöpfen: der Stellplatzablöse. Entwickler von Immobilienprojekten müssen Gelder zahlen, wenn sie nicht die erforderliche Zahl an Parkplätzen für die neuen Bewohner schaffen können. So ist über die Jahre ein Millionenbetrag im niedrigen zweistelligen Bereich zusammengekommen, der ausschließlich für Verkehrsprojekte genutzt werden darf, insbesondere wenn diese dem Rad- oder dem Öffentlichen Nahverkehr dienen. Dies ist beim Radwege in der Nähe des Hauptbahnhofs eindeutig der Fall, deshalb fließen 1,5 Millionen Euro aus der Stellplatzablöse. Der Etat für den Radwegebau bleibt folglich unberührt.

Quelle: RP
 
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