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Düsseldorf
Nach Eklat im Rat: Alle wollen Nikoläuse spenden

Düsseldorf. Der offene Streit im Integrationsrat über die Frage, ob das Gremium Flüchtlingen an der Roßstraße 180 Schokoladen-Nikoläuse schenken soll, hat eine Spendenwelle ausgelöst. Von Jörg Janssen

Bürger, Vereine und Unternehmer - auch aus anderen Städten - boten den Akteuren, die sich nicht auf die Freigabe der dafür benötigten Mittel hatten einigen können, spontan Hilfe an.

"Bei 600 Stück habe ich die Liste geschlossen und über Facebook gebeten, nur noch direkt an Hilfsorganisationen zu spenden", sagt CDU-Ratsherr Pavle Madzirov. Seine Fraktion hatte der Vorsitzenden Katharina Kabata (SPD-Internationale Liste) vorgeworfen, den Antragsteller nicht zu nennen. Ohne den könnten aber nicht einfach Mittel frei gegeben werden. Außerdem sei es nicht klug, nur eine Einrichtung zu bedenken. Kabata hatte daraufhin ihren Antrag zurückgezogen. Politiker der anderen Parteien empörten sich über das Verhalten der CDU. Gestern teilten sie mit, dass sie privat 120 Schoko-Exemplare kaufen werden. Ein "echter Nikolaus" soll die Präsente dann an der Roßstraße übergeben.

Das Geheimnis um den Antragsteller konnte gestern gelüftet werden. "Ein Ehrenamtler, der bei uns den Nikolaus spielt, brauchte die Schoko-Männer für seine Tüten. Das hat er ins Internet gestellt", sagte Norman Hofmann, der für die Johanniter die Unterkunft leitet. "Recht amüsiert" habe er die Debatte registriert. Freuen dürfen sich jetzt nicht nur die Flüchtlinge an der Roßstraße. Von den überschüssigen Exemplaren sollen weitere Einrichtungen profitieren.

Wie Sie Flüchtlingen in Düsseldorf noch helfen können, lesen Sie in unserem Spezial zur Flüchtlingshilfe. 

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Quelle: RP
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