| 11.10 Uhr

Wahlkreissieger im Interview
"Die Düsseldorfer wollten einen Wechsel"

Wahl 2017 in NRW: Stimmung in Düsseldorf
Wahl 2017 in NRW: Stimmung in Düsseldorf FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. Olaf Lehne, Marco Schmitz, Angela Erwin und Peter Preuß (alle CDU) haben die Direktmandate in Düsseldorf gewonnen. Im Interview sagen sie, was sie am ersten Tag im Parlament machen und was sie in einem Jahr erreicht haben wollen. Von Arne Lieb und Christian Herrendorf

Olaf Lehne (CDU, 55) vertritt den Düsseldorfer Norden im Landtag. Für den Rechtsanwalt ist es eine Rückkehr: Lehne gehörte von 2005 bis 2012 dem Parlament an.

Was werden Sie an Ihrem ersten Tag im Landtag machen?
Lehne Am Dienstag haben wir die erste Fraktionssitzung, in der sich Armin Laschet vorstellt. Ich saß schon mal im Landtag und weiß, dass die ersten Schritte etwas Zeit brauchen. Ich werde mir ein Team zusammenstellen. Außerdem muss ich auf ein Büro warten – das kann dauern.

Olaf Lehne FOTO: End

Was wollen Sie nach einem Jahr erreicht haben?
Lehne Wir müssen jetzt erstmal schauen, dass wir uns ordentlich aufstellen. Ich möchte wieder in den Themen Bauen, Wohnen und Verkehr tätig sein. Da gibt es für Düsseldorf viel zu tun mit Projekten wie der Kapazitätserweiterung des Flughafens, dem RRX oder der U81. Das sind große Themen. Dass wir sie in einem Jahr lösen, kann ich nicht versprechen. Aber ich möchte gern schnell weiterkommen.

Was bringt es Düsseldorf, dass Sie in den Landtag eingezogen sind?
Lehne Ich habe es beim letzten Mal geschafft, die Wehrhahn-Linie zu ermöglichen. Ich möchte wieder so viel für die Stadt erreichen und am Ende eine gute Bilanz auf den Tisch legen.

Was hat den Ausschlag für Ihren Sieg gegeben?
Lehne Ich habe in den letzten Wochen eine absolute Wechselstimmung gespürt. Darüber hinaus muss man ganz klar sagen: Vor fünf Jahren haben wir unter einem miserablen Wahlkampf mit Norbert Röttgen gelitten. Dieses Mal mit Armin Laschet lief es erheblich besser.

Welchen Trost haben Sie für den unterlegenen Kandidaten?
Lehne Ich habe erlebt, wie weh es tut, wenn man eine Wahl verliert. Das muss man mit Fassung tragen.

 

Marco Schmitz (CDU, 38) vertritt den Düsseldorfer Osten im Landtag.

Was werden Sie an Ihrem ersten Tag im Landtag machen?
Schmitz Am Dienstag werden wir die konstituierende Fraktionssitzung haben und dann geht es natürlich darum, sich um Büro, Mitarbeiter und die Aufgabenverteilung innerhalb der Fraktion zu kümmern.

Marco Schmitz FOTO: Endermann Andreas

Was wollen Sie nach einem Jahr erreicht haben?
Schmitz Die Bürgerinnen und Bürger im Düsseldorfer Osten sollen merken, dass es wieder einen Abgeordneten gibt, der für sie ansprechbar ist und der sich um die Belange der Menschen kümmert. Des Weiteren wollen wir die zentralen Eckpunkte unseres Wahlprogramms Schritt für Schritt umsetzen.

Was bringt es Düsseldorf, dass Sie in den Landtag eingezogen sind?
Schmitz Ich werde mich als gebürtiger Düsseldorfer natürlich auch um die speziellen Probleme der Landeshauptstadt kümmern. Als Sitz der Landesregierung muss in Düsseldorf die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Landtag verbessert werden. Dazu zählt die Entwicklung der Infrastruktur genauso wie die weitere Entwicklung des Regierungsviertels im Speziellen.

Was hat den Ausschlag für Ihren Sieg gegeben?
Schmitz Gemeinsam mit meinem Wahlkampfteam habe ich in den letzten vier Wochen an über 5000 Haustüren im Wahlkreis geklopft und die Menschen über unsere Konzepte informiert.

Welchen Trost haben Sie für den unterlegenen Kandidaten?
Schmitz Martin Volkenrath und ich haben uns einen fairen Wahlkampf geliefert. Er wird seine Funktion im Stadtrat ja weiterhin ausüben und hat dort die Möglichkeit, Politik zu gestalten.

 

Angela Erwin (CDU, 36) vertritt den Düsseldorfer Westen im Landtag. Die Rechtsanwältin besaß auch einen aussichtsreichen Listenplatz, sicherte sich aber mit der Mehrheit der Erststimmen das Direktmandat. Vor drei Jahren war die Christdemokratin auf dem Weg in den Stadtrat im Wahlkreis in Friedrichstadt knapp gescheitert. Der Einzug ins Parlament bedeutet voraussichtlich auch, dass Erwin ein Stück Düsseldorfer Rathaus aufgeben muss. Als sachkundige Bürgerin saß sie erst im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und zuletzt im Personalausschuss.

Angela Erwin FOTO: Andreas Endermann

Was werden Sie an Ihrem ersten Tag im Landtag machen?
Erwin Mich orientieren, vorstellen und an der Fraktionssitzung teilnehmen.

Was wollen Sie nach einem Jahr erreicht haben?
Erwin Gemeinsam mit meinen Kollegen möchte ich die Weichen gestellt haben für mehr Sicherheit in NRW. Mehr Polizeipräsenz, Einführung der Schleierfahndung, Ausweitung der Videoüberwachung etc.

Was bringt es Düsseldorf, dass Sie in den Landtag eingezogen sind?
Erwin Ich bin Düsseldorferin durch und durch und und werde mich mit Leidenschaft für die Interessen der Menschen, die in meiner Heimatstadt leben, im Landtag einsetzen.

Was hat den Ausschlag für Ihren Sieg gegeben?
Erwin Gemeinsam mit meinem tollen Team war ich in den letzten Wochen jeden Tag im Einsatz. Wir haben 4000 Hausbesuche gemacht, mit vielen Menschen gesprochen, den persönlichen Kontakt gesucht. Viele Düsseldorfer waren wie ich der Meinung, dass sich in NRW etwas ändern muss!

Welchen Trost haben Sie für den unterlegenen Kandidaten?
Erwin Ich möchte mich bei Frau Warden und den anderen Kollegen der etablierten Parteien für den fairen Umgang im Wahlkampf bedanken.

 

Peter Preuß (CDU, 63) vertritt den Düsseldorfer Süden im Landtag.

Was werden Sie an Ihrem ersten Tag im Landtag machen?
Preuß Politik macht keine Pause. Und so werde ich an meinem "ersten Tag" im Landtag Termine wahrnehmen. Unter anderem ist ein Gesprächstermin mit Vertretern der Agentur für Arbeit vereinbart, bei dem es um Fachkräftemangel im Handwerk und die Arbeitsmarkt-Integration von Flüchtlingen geht.

Peter Preuß FOTO: Endermann, Andreas

Was wollen Sie nach einem Jahr erreicht haben?
Preuß Ich will mehr Lebenssicherheit für die Menschen in NRW. Aus diesem Grund brauchen wir eine zukunftsfeste Wirtschafts- und eine nachhaltige Finanzpolitik, eine wirksame Sozial- sowie eine gute Bildungspolitik.

Was bringt es Düsseldorf, dass Sie in den Landtag eingezogen sind?
Preuß In den vergangenen zwölf Jahren als Landtagsabgeordneter konnte ich erfahren, dass alles, was Politik macht, sich unmittelbar auf die Bürgerinnen und Bürger auswirkt. Deswegen ist es wichtig, dass die Düsseldorfer eine starke Stimme, einen Vertreter für ihre Interessen im Landtag haben.

Was hat den Ausschlag für Ihren Sieg gegeben?
Preuß Im Verlauf der letzten Wochen wurde immer deutlicher, dass die Menschen in unserem Land und in meinem Wahlkreis im Süden Düsseldorfs mit der Politik der rot-grünen Landesregierung unzufrieden sind und die Politik der CDU eine echte Alternative darstellt. Dies gilt nicht nur für die Wirtschafts- und die Bildungspolitik, sondern besonders für die Innenpolitik und das Thema der Inneren Sicherheit.

Welchen Trost haben Sie für den unterlegenen Kandidaten?
Preuß Der Wahlkampf war von großer Fairness geprägt. Dafür bin ich sehr dankbar und werde in den kommenden Tagen die Zeit für ein persönliches Gespräch mit Frau Benninghaus finden.

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorf: Olaf Lehne, Marco Schmitz, Angela Erwin, Peter Preuß im Interview


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.