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Esprit-Arena in Düsseldorf
Studium im Wohnzimmer der Fortuna

Düsseldorf: Private Hochschule in Loge der Esprit-Arena
Kathrin Lehmann von Sportbusiness Campus, Martin Ammermann von Düsseldorf Congress Sport & Event und Stadtdirektor Burkhard Hintzsche (v.l.) stellten die beiden Studiengänge am Arena-Campus Düsseldorf vor. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Ab dem Sommersemester 2017 heißt es für bis zu 30 Studenten: Stadion-Loge statt Hörsaal. Dann bietet eine private Hochschule zwei Management-Studiengänge in der Esprit-Arena an. Das Studium mit Sport-Fokus hat aber seinen Preis. Von Ludwig Krause

Zugegeben: Viel näher ran ans Herz des Sports dürfte niemand in Düsseldorf kommen - zumindest räumlich. Denn was das private Münchner Bildungsunternehmen Sportbusiness Campus und die DCSE (Düsseldorf Congress, Sport & Event GmbH) ab dem Sommersemester 2017 vorhaben, ist nicht ein Studium in Sichtweite oder am Rand der Arena. Die Studenten sollen ihre Seminare quasi im Wohnzimmer der Fortuna bekommen. In einer Loge mit Blick aufs Spielfeld.

"Düsseldorf ist der perfekte dritte Standort für unseren privaten Hochschulcampus", sagt Katrin Lehmann, Geschäftsführerin von Sportbusiness Campus. Angeboten werden sollen Studiengänge der Betriebswirtschaftslehre (BWL) mit Schwerpunkt im Sportgeschäft. Um es vereinfacht auszudrücken: Während in einem gewöhnlichen BWL-Studiengang die Geschäftszahlen von Siemens angeschaut werden, wäre hier eher der Jahresbericht von Manchester United interessant. Oder jener der Fortuna, natürlich.

In der Referenzliste des Unternehmens stehen zwei Bundesligavereine: In Kooperation mit der (derzeit zweitklassigen) Spielvereinigung Greuther Fürth betreibt man seit Herbst 2014 den Kleeblatt-Campus, beim diesjährigen Champions-League-Teilnehmer Wolfsburg ist seit Februar 2015 der VfL Campus beheimatet.

Jetzt also Düsseldorf, die erste Kooperation über einen einzelnen Verein hinaus. "Die Stadt steht für Sport und Bildung - und mit dem Arena Campus Düsseldorf bringen wir dies nun zusammen", sagt Stadtdirektor und Sportdezernent Burkhard Hintzsche. Dass künftig dort gelehrt werde, wo täglich Manager im Sport tätig seien, halte er für besonders spannend. "Themen gibt es in unserer Sportstadt genug", sagt Hintzsche. Dafür reicht allein ein Blick auf den Kalender des kommenden Jahres: Neben den Ligabetrieben im Fußball, Eishockey und Tischtennis stehen auch die Tour de France, die Triathlon-EM und die Tischtennis-WM an.

Die Studenten können zwischen einem Bachelor-Studiengang über sechs und einem Master-Studiengang über vier Semester wählen. Seminare sollen außer in der Arena auch in anderen Häusern der DCSE stattfinden. Voraussetzung für das Bachelor-Studium ist die Hochschulreife, für den Master der entsprechende Studienabschluss. Und das nötige Kleingeld: Für den Bachelor werden insgesamt 27.900 Euro, für den Master 24.9000 Euro fällig.

Dafür gibt es kleine Lerngruppen, die Studiengruppen sind auf maximal 15 Teilnehmer beschränkt. Semesterbeginn ist im Februar, die Bewerbungsphase beginnt im Juli. Damit die Abschlüsse auch staatlich anerkannt werden, arbeitet man mit der Steinbeis Hochschule Berlin zusammen. Anwesend sein müssen die Studenten einmal im Monat zum Blockseminar, studiert werden kann also auch neben dem Beruf.

Martin Ammermann, Geschäftsführer der DCSE, einer Tochter von Messe und Stadt, ist hörbar stolz: "Heimspielstätte von Fortuna Düsseldorf, Konzert-Arena für Paul McCartney, AC/DC und Beyoncé - und jetzt wird die Arena zum Hochschulcampus", sagt er. Das verdeutliche die Vielseitigkeit der Arena.

Quelle: RP
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