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Düsseldorf
Protest gegen Schließung des Theatermuseums

Düsseldorf: Protest gegen Schließung des Theatermuseums
Kulturdezernent Hans-Georg Lohe strebt an, die Sammlung des Theatermuseums an ein anderes Museum anzudocken, wahrscheinlich Film- oder Stadtmuseum. FOTO: Endermann
Düsseldorf. Die Stadt will das Theatermuseum im Hofgärtnerhaus schließen - dagegen regt sich Protest. Der Bundesverband der Bibliotheken und Museen für Darstellende Künste fordert einen Erhalt des Kulturinstituts.

"Um eine Summe von einigen hunderttausend Euro pro Jahr einzusparen, wird die Existenz eines aktiven Museums mit wertvollen Sammlungsbeständen vernichtet", kritisiert Claudia Blank, Direktorin des Deutschen Theatermuseums in München und Vorsitzende des Bundesverbands, der 26 Institutionen vertritt. "Mit einer Schließung wird vom kommunalen Träger auch der Stifterwille mit Füßen getreten", meint Blank.

Das Museum geht zurück auf das Archiv von Schauspielhaus-Mitgründer Gustav Lindemann, das er 1947 der Stadt vermachte. Der Verband hatte bereits im Januar in einem Brief an Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) protestiert.

Kulturdezernent Hans-Georg Lohe strebt an, die Sammlung des Theatermuseums an ein anderes Museum anzudocken, wahrscheinlich Film- oder Stadtmuseum. Die Stadt könnte das stark sanierungsbedürftige Hofgärtnerhaus dann verkaufen. Die Sammlung soll weiter in Wechselausstellungen gezeigt werden, das Museum zudem Räume im neuen Bibliotheksgebäude am Konrad-Adenauer-Platz erhalten. Ein detailliertes Konzept wird im Kulturamt noch erarbeitet.

Die Vorsitzende des Freundeskreises, Adelaide Dechow, sorgt sich vor allem um die Kinder- und Jugendarbeit des Museums. "Die muss unbedingt erhalten bleiben", meint Dechow. Rund ein Fünftel der 18.000 Besucher im vergangenen Jahr waren jünger als 18 Jahre. Dechow sieht Potenzial in einer Zusammenarbeit mit der Bibliothek am neuen Standort am Hauptbahnhof. Sie hofft, dass das Museum dort auch Räume für die pädagogische Arbeit erhält. Diesen Standort hält sie für besser als Film- oder Stadtmuseum. "Eltern schicken ihre Kinder lieber an den Hauptbahnhof als in die Altstadt", meint Dechow.

Mit dem Museum würden auch die beiden Bühnen im Hofgärtnerhaus verloren gehen, die von diversen Theatergruppen genutzt werden. Auch das führt zu Kritik. Für die Sammlung werde man sicher einen Platz finden, sagt Pia Schwierz von der Theatergruppe Looters. "Der eigentliche Verlust sind die Bühnen des Hauses." Die Spielstätte leiste "einen großen Beitrag zur Vielfalt der darstellenden Kunst".

(arl)
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