| 19.45 Uhr

Versteigerung in Düsseldorf
Achenbach-Insolvenzauktion brachte Millionen Euro ein

So lief der Fall Helge Achenbach
So lief der Fall Helge Achenbach
Düsseldorf. Die Insolvenzmasse des inhaftierten Kunstberaters Helge Achenbach fand bei einer Marathon-Auktion reißenden Absatz. Große Namen waren für kleines Geld zu haben. Und es gab überraschende Rekorde.

Die Marathonauktion der Kunstwerke des inhaftierten Kunstberaters Helge Achenbach hat innerhalb von drei Tagen rund drei Millionen Euro erbracht. Bis zum Freitagabend seien in Achenbachs ehemaligem Düsseldorfer Lager alle rund 2000 zum Verkauf vorgesehenen Werke veräußert worden, sagte eine Sprecherin des Auktionshauses Van Ham. Die 120 wertvollsten Stücke werden dann am Samstag in Köln versteigert. Darunter sind Werke von Gerhard Richter und Gotthard Graubner, Georg Baselitz und Imi Knoebel.

Der prominente Düsseldorfer Kunstberater sitzt seit einem Jahr in Untersuchungshaft. Achenbach ist wegen Millionenbetrugs an reichen Kunden zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Aus der Auktion werden bis zu sechs Millionen Euro Erlös erwartet. Dem stehen nach früheren Angaben von Insolvenzverwalter Marc d'Avoine summierte Forderungen in Höhe von 40 bis 50 Millionen Euro von rund 100 Gläubigern gegenüber.

Zur Überraschung vieler Experten erzielte in Düsseldorf ein nur auf 2000 bis 3000 Euro taxiertes Bild der hierzulande wenig bekannten New Yorker Künstlerin Joyce Pensato eine Rekordsumme. Das großformatige Schwarz-Weiß-Lackbild ging nach einem heftigen Bietergefecht für 50.000 Euro an einen Käufer in Großbritannien. Das Werk übertraf damit sogar die Preise für die großen Affen-Skulpturen von Jörg Immendorff, die für 46.000 Euro versteigert worden waren.

An der unteren Skala brachten sogar Fotos von Bildern sowie Poster Geld. Zwei auf 50 bis 100 Euro taxierte Farbfotografien der berühmten "Vicotoria"-Gemälde Gerhard Richters erzielten 1500 und 1600 Euro. Poster von Mark Rothkos Farbfeldern, die auf 100 Euro geschätzt waren brachten 240 Euro.

(lnw)