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Nahverkehr in Düsseldorf
Rheinbahn will eine eigene Spur für ihre Busse

Düsseldorf: Rheinbahn will eine eigene Spur für ihre Busse
Für die neuen Metro-Busse, von denen sich Rheinbahn und Politik viel versprechen, wurden noch keine klassischen, längeren Bus-Spuren eingerichtet. Auf der Friedrichstraße, wo es schon eine Spur für Radfahrer gibt, ist es eigentlich schon eng genug. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Für die neuen Metro-Busse der Düsseldorfer Rheinbahn werden Ampeln neu geschaltet und kurze Busspuren eingerichtet - das Verkehrsunternehmen hofft nun auf weitere Vorteile für den ÖPNV.  Von Arne Lieb

"Wir fordern eine Busspur auf Friedrichstraße und Elisabethstraße", sagte der Leiter der Abteilung Verkehrsplanung, Tim Bäumken, am Mittwoch in der Sitzung des Ordnungs- und Verkehrsausschusses.

Damit steht ein Konflikt im Ampel-Bündnis aus SPD, Grünen und FDP ins Haus: Die Liberalen lehnen anders als ihre politischen Partner längere Busspuren ab, da sie eine Benachteiligung des Autoverkehrs vermeiden wollen. Zudem ist der Verkehr auf den beiden vielbefahrenen Straßen, die nach dem Bau der Wehrhahn-Linie noch neu gestaltet werden müssen, bereits jetzt immer wieder ein Streitthema. Ein Grund ist, dass auf der Friedrichstraße schon ein breiter Radweg eingerichtet worden ist. Manfred Neuenhaus (FDP) meldete sich zur Klarstellung: Mit der FDP seien flächendeckende Busspuren nicht zu machen. "Es ist wichtig, dass wir jetzt nicht anfangen, Spuren in der ganzen Stadt für Busse abzupollern."

"Beschleunigtes Premium-Angebot"

Die Strecken der neuen Metro-Busse, von denen sich Rheinbahn und Politik viel versprechen, werden aber bereits mit einer Vielzahl von Umbauten optimiert - das hat es in dieser Form im Busverkehr in Düsseldorf noch nicht gegeben.

Insgesamt sind 23 Eingriffe geplant, etwa eine kurze Busspur am Ende der Theodor-Heuss-Brücke in Niederkassel, geänderte Abbiegeregeln an einigen Kreuzungen oder ein Abpollern einer Engstelle am Benrather Markt, damit die Busse besser um die Kurve kommen können. "Klassische Busspuren" von größerer Länge seien aber nicht dabei, sagte Bäumken auf Nachfrage.

Die Umbauten sollen dazu dienen, dass die drei Linien das "beschleunigte Premium-Angebot" werden, mit dem die Rheinbahn werben will: Die Metro-Linien verkehren auf einem Ring rund um die Innenstadt und sollen die Stadtteile schneller untereinander anbinden. Um die Fahrzeit zu verkürzen, halten sie dabei nicht an jeder Station.

Zudem werden moderne Fahrzeuge eingesetzt, die im Sommer geliefert werden. Diese Busse werden mit Diesel betrieben, erfüllen aber den neusten Abgas-Standard Euro 6. Sie sind mit Annehmlichkeiten wie einem USB-Anschluss zum Handy-Laden ausgestattet.

Die Politik hatte sich anfangs kritisch gezeigt, weil man befürchtete, die Busse würden im Stau steckenbleiben und dadurch zur Enttäuschung. Stadt und Rheinbahn haben bei der Planung jetzt nachgesteuert. Dafür gab es im Verkehrsausschuss breites Lob - und ein einstimmiges Votum für das neue Angebot. "Das ist gut durchdacht", lobte etwa Matthias Herz (SPD). CDU-Politiker Andreas Hartnigk wies zwar auf einige Schwachstellen hin, so sind etwa noch nicht alle Haltestellen mit elektronischen Anzeigen ausgerüstet. Aber auch die Union zeigt sich offen für die neuen Linien, die der Rheinbahn einen spürbaren Zuwachs an Fahrgästen bringen sollen. Der Start ist nach den Sommerferien geplant.

Quelle: RP
 
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