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Seit fünf Wochen verschwunden
Szenewirt Sabatino fühlte sich bedroht

Düsseldorf: Santo Sabatino fühlte sich bedroht
Santo Sabatino bei der Neueröffnung von Tino's Bar im September 2016. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Wo ist Santo Sabatino? Seit fünf Wochen wird der Düsseldorfer Gastronom vermisst, die Polizei hat keine heiße Spur. Vor seinem Verschwinden erstattete Sabatino Anzeige, weil er sich von einer Frau bedroht fühlte.  Von Laura Sandgathe

"Ich weiß nicht, wo er ist, was passiert sein könnte. Ich weiß nur: er würde niemals so lange wegbleiben." Berivan A. (34) macht sich Sorgen um ihren Lebensgefährten Santo Sabatino. Seit dem frühen Morgen des 20. Juli fehlt von dem 54-Jährigen jede Spur, der in Düsseldorf die Lokale "Rosati", "Bocconcino" und "Tino's Bar" betreibt. Am Tag zuvor habe sie Sabatino noch gesehen, in der Nacht hätten sie noch telefoniert, erzählt A.. "Da hat er nur gesagt, dass er todmüde sei".

Deshalb glaubt A. auch nicht, dass ihr Lebensgefährte, mit dem sie seit sechs Monaten zusammen ist, sein Haus in Mülheim-Saarn gegen 4 Uhr morgens einfach so verlassen habe. Sie sagt, dass Sabatino sich bedroht gefühlt habe. Tatsächlich erstattete der Gastronom am 22. Juni eine Anzeige, wie die Düsseldorfer Polizei bestätigt. Eine Frau, die er zum Jahreswechsel im Flugzeug kennen gelernt habe, schreibe ihm täglich SMS, gab er damals an.

Santo Sabatino ist unter anderem Betreiber des Restaurants "Tino's Bar" an der Düsseldorfer Königsallee. FOTO: Schrader

A. spricht von 100 Nachrichten am Tag und bezeichnet die Frau als "Stalkerin". Sie habe Sabatino und auch A. bedroht, habe zum Beispiel geschrieben: "Ich werde dich umbringen". Die Frau habe dem Wirt aufgelauert, in seinen Restaurants habe sie Hausverbot bekommen. Ihr Lebensgefährte sei mit blauen Flecken nach Hause gekommen. Er habe ihr gesagt, die Stalkerin habe ihm die Verletzungen zugefügt. 

Polizei verfolgt verschiedene Spuren

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat Ermittlungen aufgenommen. "Uns liegt eine Anzeige wegen Bedrohung vor", sagt Oberstaatsanwalt Ralf Herrenbrück. Ob dieser Fall mit dem Verschwinden Sabatinos in Zusammenhang steht, sei aber nicht klar. 

Federführend bei den Ermittlungen ist die Essener Polizei. "Wir überprüfen alle Spuren", sagt Sprecher Ulrich Faßbender. Mehr will er nicht sagen, "aus ermittlungstaktischen Gründen." Es werde weiter "intensiv" ermittelt, eine neue heiße Spur gebe es aber nicht.

Sabatinos Lebensgefährtin hat noch eine andere Vermutung, was mit ihrem Mann passiert sein könnte. Er sei vor Kurzem in Sierra Leone in Afrika gewesen und habe ihr gesagt, dass er dort Geschäfte mit Diamanten gemacht habe. "Das könnte genauso der Grund für sein Verschwinden sein", sagt A. Die Polizei hatte Anfang vergangener Woche mitgeteilt, dass Sabatino "möglicherweise in den letzten Monaten geschäftlich auch in Afrika (Benin, Sierra Leone, Südafrika oder in Marokko/ Marrakesch)" gewesen sei. Faßbender verweist darauf, dass es "verschiedene Spuren" gebe.

Berivan A. steht mit den Ermittlern in Kontakt. Sie findet, dass die Polizei nicht genug tut. "Ich werde so lange nicht aufgeben, bis ich ihn gefunden habe".

 
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